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Angelika Milster

Stationen einer Karriere

Angelika Milster wird im Mecklenburgischen Neustrelitz geboren und wächst auf in der Hansestadt Hamburg. Durch ihren Vater, der neben seinem Beruf als Zimmermann regelmäßig Gesangsstunden nimmt, entdeckt sie die Liebe zur Musik und knüpft erste Bekanntschaft mit dem Theater. Bereits im Alter von zwölf beginnt sie mit dem Gesangsunterricht, und fortan bestimmt der Wunsch, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, ihren Lebensweg. Von 1968 bis 1971 besucht sie in Hamburg die renommierte Schauspielschule von Margot Höpfner und erhält dort eine fundierte Ausbildung in den Fächern Gesang, Schauspiel, Tanz und Pantomime.

Die ersten Engagements lassen nicht lang auf sich warten. Noch im Jahr ihrer Abschlussprüfung gibt Angelika Milster sowohl ihr Musical- als auch ihr Fernsehdebut: Am Hamburger Thalia Theater spielt sie in „Godspell“, und in der TV-Sendung „6 Tips für Hausfrauen“ macht sie mit ihrer inzwischen berühmten Marilyn Monroe-Parodie auf sich aufmerksam. Für ihre erste Filmrolle in „Meine Sorgen möcht’  ich haben“ unter der Regie von Wolf Gremm erhält sie 1975 den Ernst-Lubitsch-Preis. In der Spielzeit 1975/76 folgt ein vielbeachteter Ausflug in die Welt des Kabaretts am namhaften Düsseldorfer Kom(m)ödchen von Kay und Lore Lorentz, und 1982 besetzt sie Tankred Dorst für seinen Spielfilm „Eisenhans“.

Kaum ein Jahr später bekommt sie die Rolle, die ihr Leben nachhaltig verändern soll. Peter Weck bringt im Theater an der Wien die deutschsprachige Erstaufführung des Musicalwelterfolgs „Cats“ von Andrew Lloyd Webber heraus und holt Angelika Milster für den zentralen Part der Grizabella nach Wien. Diese Inszenierung legt den Grundstein für einen regelrechten Musicalboom im deutschsprachigen Raum, und Angelika Milster wird über Nacht zu dem großen Star dieser Kunstform. „Erinnerung“, jene einfühlsame Ballade aus diesem Musical, wird ihr Erkennungslied, und sie wird für den Dauererfolg, den sie mit „Cats“ in den 1983-1987 in Wien verbuchen kann, mit der Goldenen Europa belohnt. Die Langspielplatte mit der Wiener Premierenbesetzung bricht Verkaufsrekorde und wird mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Angelika Milster ist fortan beim Publikum wie auch in der Branche ein Name mit star quality, und das deutsche Fernsehen reagiert prompt: Bereits 1985 erhält sie ihre erste eigene Fernsehsendung, „Mein Musicalhaus“. Doch auch im Ausland ist man hellhörig geworden. Für die Europa-Tournee seines Liederzyklus „Song & Dance“ im Jahr 1988 wählt Andrew Lloyd Webber keine andere als Angelika Milster aus und bittet sie, die Rolle der Emma zu übernehmen. Mit der „Kurt-Weill-Revue“ aus dem Theater des Westens in Berlin gastiert Angelika Milster 1991 in Paris und in Washington, DC und reißt auch dort das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Dem Theater des Westens und Berlin bleibt sie auch in den folgenden Jahren treu und spielt dort u.a. Hauptrollen in „UFA-Revue – Bombenstimmung“ (1992),  „Mein Name ist Marlene“ (1992), „Blue Jeans“ (1994), „Hello Dolly“ (1995), „Gypsy“ (1996) und „Let’s Pop“ (1997). Am Renaissance-Theater in Berlin ist sie 1999 in dem Theaterstück „Nachspiel“ erstmals mit einer reinen Sprechrolle zu sehen.

Auch im Fernsehen ist Angelika Milster eine vielgefragte Schauspielerin. In den neunziger Jahren übernimmt sie eine Dauerrolle in dem ZDF-Serienhit „Der Landarzt“, spielt zusammen Götz George und Katja Flint in „Der König von Dulsberg“ (1994), mit Hape Kerkeling und Judy Winter in „Club Las Piranjas“ (1995), mit Götz Alsmann in „Alles wegen Robert de Niro“ (1996), mit Wolfgang Stumph in dem Comedy-Erfolg „Salto Kommunale“ (1997), mit Fritz Wepper in „Zum Glück verrückt“ (1999), und der MDR lässt sogar eine eigene Fernsehserie für sie schreiben: „Mama ist unmöglich“ (seit 1999). Daneben spielt Angelika Milster zahlreiche Episodenrollen in so erfolgreichen Serien wie „Adelheid und ihre Mörder“, „Evelyn Hamanns Geschichten aus dem Leben“, „Alphateam“, „Traumschiff“ und „Balko“.

Als sich die Sängerin Angelika Milster im Fach Musical als Star fest etabliert hat, entscheidet sie sich bewusst dazu, ihr musikalisches Spektrum zu erweitern. Zusammen mit dem Produzenten Jack White entsteht 1994 das Popschlager-Album „Ich liebe Dich“. Für den großen Verkaufs- und Publikumserfolg dieser CD wird ihr 1996 der Deutsche Schallplattenpreis ECHO zuerkannt. Das im gleichen Jahr veröffentliche zweite Schlageralbum „Sehnsucht“ untermauert ihre Popularität auch in diesem musikalischen Genre. Angelika Milster ist mit ihren Musicalhits und Schlagertiteln fortan Dauergast in allen bedeutenden Musikshows des deutschen Fernsehens: „Musik liegt in der Luft“, „ZDF-Hitparade“, „Melodien für Millionen“, „Die Goldene Eins“, „Die Patrick Lindner-Show“, „Showpalast“, „ZDF-Hitparty“, „ZDF-Sonntagskonzert“, „Das Jahrhundertwunschkonzert“, „ZDF-Fernsehgarten“ usw. 

In Zusammenarbeit mit den Produzenten Ralph Siegel kommt 1997 die CD „Die größten Hits der Filmgeschichte“ auf den Markt, gefolgt von einem weiteren Schlager-Album, „Umarmungen“, im Jahr 1999. Eine Nominierung für den ECHO 2000 bestätigt Angelika Milster erneut als eine der erfolgreichsten Sängerinnen in deutscher Sprache.

Doch anstatt sich auf den Erfolgen in dieser Musiksparte auszuruhen, schlägt Angelika Milster mit Beginn des neuen Jahrtausends wieder einen neuen Weg ein und legt ihren Hauptakzent nunmehr auf eine rege Konzerttätigkeit.  Bereits 1998 hat sie mit Erfolg eine große Deutschlandtournee absolviert. Doch sie will mehr. Unter der musikalischen Leitung ihres Produzenten André Bauer gibt sie im Herbst 2000 zwei umjubelte Gastspiele in der Berliner Philharmonie. Mit den Musikern des Berlin International Orchestra präsentiert sie vor ausverkauftem Haus einen Querschnitt durch ihr gesamtes musikalisches Repertoire und begeistert mit zahlreichen neuen Liedern. Das Berliner Publikum feiert seinen Star mit standing ovations. Und schon wenige Monate später überrascht Angelika Milster aufs Neue: Im kleinen, intimen Rahmen des Theaters der Wühlmäuse in Berlin, nur begleitet von Kai Rautenberg am Flügel,  brilliert Angelika Milster als hervorragende und versierte Interpretin von Brecht-Songs und Chansons von Theo Mackeben und Günther Neumann. In diesem Soloprogramm  stellt sie ihr ganzes Können als Sängerin und Schauspielerin eindrucksvoll unter Beweis.

Im Jahr 2001 kehrt Angelika Milster auf die große Musicalbühne zurück. In der deutschen Premiereninszenierung des Musicals „Mozart!“ im Theater Neue Flora in Hamburg ist sie als Baronin von Waldstätten zu sehen. Ihr Lied „Gold von Sternen“ schickt sich an, ein ähnlicher Hit zu werden wie damals „Erinnerung“ in „Cats“.

Nach Theater, Film und Fernsehen, nach Musical, Filmhits, Schlager, Pop und Chanson geht Angelika Milster dann Anfang 2002 ein neues musikalisches Wagnis ein: Sie entschließt sich zu einer Reihe von Kirchenkonzerten und erarbeitet dafür ein neues Repertoire von klassischen und geistlichen Liedern. Die Konzerte sind ausverkauft, und Publikum und Presse reagieren gleichermaßen begeistert.

Im Herbst 2002 steht die Veröffentlichung einer neuen CD auf dem Programm. Produziert von André Bauer und aufgenommen mit einem großen Orchester zeigt sich Angelika Milster auf ihrem neuen Album in nie gekannter Vielfalt. Hinter dem schlichten Titel „milster.“ verbirgt sich eine musikalische Bandbreite, die ihresgleichen sucht. Angelika Milster präsentiert hier Lieder aus Film und Musical, singt Pop und Schlager, erweist aber auch Interpreten wie Elvis Presley, Queen und ABBA ihre Reverenz und sorgt darüber hinaus mit ihren Interpretationen von Klassikern wie „Granada“ und „Torna a Surriento“ für musikalische Überraschungen. Mit einem Gala-Konzert, begleitet von den 70 Musikern des Berlin International Orchestra, gastiert sie am 11. November 2002 im Berliner Friedrichstadtpalast gastieren, um die Lieder dieser neuen CD ihrem Publikum vorstellen. Der Abend wird zu einem triumphalen Erfolg für Angelika Milster, die vom frenetisch applaudierenden Berliner Publikum erst nach mehreren Zugaben von der Bühne entlassen wird. Die CD „milster.“ kann sich unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in den Verkaufhitlisten platzieren und erreicht sogar Platz 1 der Musical-Charts.

Im Jahr 2003 widmet sich Angelika Milster zunächst wieder der schauspielerischen Arbeit: SAT 1 bietet ihr eine Hauptrolle in der Serie „Körner & Köter“ an, in der sie einmal mehr mit ihrem komödiantischen Talent brillieren kann. Vollkommen anders hingegen ist sie in der zweiten Jahreshälfte im Theater der Wühlmäuse in Berlin zu erleben. Das neu entwickelte Programm „Ansichtssache“ gestaltet sie zusammen mit dem Schauspieler Max Krückl als faszinierenden Dialog in Wort und Musik, als provokanten Gedankenaustausch, in dem die Missstände und Auswüchse unserer heutigen Gesellschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, bloßgestellt und angeklagt werden.

Neben einer Fortsetzung ihrer Kirchenkonzerte, in die sie fortan neben dem klassischen Repertoire auch Lieder aus Musical und Film einbaut, folgt dann im November der Auftakt zu ihrer lang erwarteten Tournee zusammen mit dem Berlin International Orchestra. Die Fans feiern die Künstlerin und ihre Musiker, die mit einem beeindruckenden musikalischen Programm jeden Abend zu einem einmaligen Klangerlebnis werden lassen. Diese erfolgreiche Tournee wird im März und April 2004 fortgesetzt, und Angelikas Plattenfirma hat sich dazu etwas ganz Spezielles einfallen lassen: Die CD „Milster.“ wird, um zwei neue Songs erweitert, als Special Tour Edition neu aufgelegt und als besonders Highlight um eine Bonus-CD mit den Liedern des Kirchenprogramms „Von Bach bis Bernstein“ ergänzt.

Die Kirchenkonzerte führen Angelika Milster weiterhin quer durch Deutschland, wobei eine Tourneestation besondere Bedeutung einnimmt: Am 15. Mai singt sie zum ersten Mal in ihrer Geburtsstadt Neustrelitz. Dort wird ihr auch die Ehre zuteil, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Doch das Jahr 2004 stellt auch die Schauspielerin Angelika Milster vor neue Herausforderungen. In der deutsch synchronisierten Fassung des Hollywood-Streifens "Shrek 2 - der tollkühne Held kehrt zurück" spricht sie die Rolle der Guten Fee und singt nebenbei auch gleich den Titelsong des Films ein. Vom Synchronstudio führt ihr Weg dann auf die Theaterbühne. Bei den Antikenfestspielen in Trier übernimmt sie ihre erste große klassische Rolle. Hans Hollmann bietet ihr die Titelrolle der Komödie „Lysistrata" von Aristophanes an, und Angelika Milster meistert auch diese Aufgabe mit Bravour. Publikum und Kritiker sind von ihrer überzeugenden Leistung begeistert.

Zwei neue CD-Produktionen sowie zwei ausgedehnte Konzertreihen bestimmen das Jahr 2005/2006. Zunächst erfüllt sich Angelika Milster den lang gehegten Wunsch einer Weihnachts-CD, wobei sie den Begriff „weihnachtliche Musik“ sehr weit fasst und zusammen mit ihrem Produzenten André Bauer eine überaus interessante Musikauswahl getroffen hat, die von traditionellen deutschen Weihnachtsliedern über solche aus Frankreich und den USA bis hin zu modernen Pop- und Musicalsongs, aber auch zu Melodien aus der Klassik reicht. Das Album trägt den Titel „Von ganzem Herzen“ und erscheint am 17. Oktober 2005 bei Sony BMG. Mit diesem weihnachtlichen Repertoire wird Angelika Milster anschließend von Mitte bis Ende Dezember im Hansatheater Berlin gastieren. Einen Großteil der Einnahmen aus dieser Konzertreihe gibt die Künstlerin weiter an die Deutsche Welthungerhilfe, bei der sie seit dem Jahr 2004 die Schirmherrschaft für das Projekt „Kinder Paradise“ in Ghana übernommen hat.

Quelle: Sony BMG