Marshall & Alexander
Die Dominanz ihrer Stimmen hat ihnen den Weg auf Bühnen geebnet, die ansonsten den Arrivierten des Metiers vorbehalten sind: "Hitparade" im ZDF, "Bambi ´98" in der ARD, TV-Features für den mdr und für "Brisant" in der ARD. Darüber hinaus: Focus-Night in Bonn, Publisher´s Night in München und BUNTE´s "New Faces Award ´99" in Hamburg, bei dem das Duo einen sensationellen 2. Platz belegte.
Das Publikum hat Lust auf Life, Marshall und Alexander singen live, sie sind lebendig, stehen lieber on stage als im Studio. Ihre Stimmen durchdringen sogar Gesetze. Sie brechen sie nicht; aber sie finden dennoch jenen Weg, der getreuen Vasallen in den Studios von Funk- und Fernsehanstalten einen Rhythmuswechsel, weg von den Leitlinien der Programmdirektoren, abverlangt: e-Pop statt Kuschelrock, Melodie statt Beat, Klang statt Stakkato - oder kürzer: Innovation statt Remake.
Diese Position, die Marc Marshall und Jay Alexander für ihren Start in eine internationale Karriere gewählt haben, scheint nur auf den ersten Blick riskant. Denn: Einen Trend noch vor dessen Höhepunkt gegen den Strich zu bürsten beweist auch, daß die beiden Künstler sich ihrer Sache sicher sind, den Marsch auf die Höhen der Charts von solider Basis begonnen haben. Eine Basis, die gewachsen ist aus konsequenter Entwicklung durch Studien an Musikhochschulen, durch Praktika und Engagements in verschiedenen Fächern, wechselnden Orten vor unterschiedlichstem Publikum.
In dieser Warmlaufphase sind Jay Alexander und Marc Marshall gereift. Durch die Brille von Boygroup-Groupies zu greisen Könnern - Jay ist schon über 25, Marc über 30 - in den Augen erwachsener Anhänger emotionalen Ausdrucks zu virtuosen Künstlern; allem Anschein nach an der Spitze einer Bewegung, die zu jeder Zeit und in allen Sparten des Lebens durchsetzbar war: Qualität - hier die des künstlerischen Ausrucksvermögens. Stimmen, Klänge beherrschen die Szene, nicht Themen.
Aber der Ausdruck erschöpft sich nicht in Akustik; Körpersprache, Outfit und die rare Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen ohne Playback zu überzeugen sind Qualitätsmerkmale, die in dieser Konfiguration sicher nicht zur Norm zählen.
Künstler solchen Zuschnitts gelten in Amerika als "gifted". Leichtfertig übersetzt könnte man dafür talentiert gelten lassen, begnadet wäre freilich die bessere Interpretation.
Jay Alexander und Marc Marshall wollen singen. Zum einen, weil sie Musik leben wollen und - im Umkehrschluß - weil sie Musik erlebbar machen wollen. Musik hat schon ihr bisheriges Leben geprägt, jetzt sind die Zwei im Begriff, die Szene mit einer neuen, unverwechselbaren und hochwertigen Musik zu bereichern, die sie selbst gemeinsam kreiert haben. E-Pop, das Kürzel verhamlost den wahren Inhalt. Emotionaler-Pop transportiert Gefühle, Feingefühle genauer gesagt - nämlich jene, die von Marshall und Alexander aufs Publikum übertragen werden. Aber, anders als in traditionellen Love-Songs und Balladen entwickelt sich hier fast ein Dialog: das Publikum empfängt die Sendung, erkennt den Gehalt und reflektiert die Schwingungen. "Für die Qualität unseres Ausdrucks ist diese Nähe zu den Zuhörern enorm wichtig. Schwingungen kann man mit Konserven nicht gleichermaßen übertragen", sind sich Marc und Jay einig.
Auch die Schwingungen, die die beiden Künstler zusammengeführt haben, waren live. Erstmals in Berlin in einem Tonstudio. Marc Marshall, Produzent, Jay Alexander, Solostimme. "If you could see me now" war der Titel, an dem die beiden Geister sich erstmals rieben. "Für mich zu tief - das klingt nicht mit meiner Stimme. Sing Du das doch mal", empfiehlt Jay seinem Produzenten. Der tut"s, Jay Alexander steuert die zweite Stimme bei, zufällig war die Aufnahmetaste gedrückt. Was damals niemand wissen konnte - das war die Initialzündung für Marshall und Alexander, die erste Sternstunde des e-Pop.
Die gute zwischenmenschliche Chemie, die den künstlerischen Wert ihres gemeinsamen Vortrags absichert, haben beide in Paris wahrgenommen. Wochen nach dem Studiotag in Berlin, beide hatten unabhängig voneinander Termine in der Seine-Metropole, treffen sie sich in einer kleinen Bar. Ein Pianist jazzt fröhlich vor sich hin, Gaulloises-Schwaden ziehen durch das Etablissement, das gut und gerne als Kulisse für Pernod-Werbung hätte dienen können. In dieser Atmosphäre beschließen Marc und Jay, das Zufallsprodukt gemeinsam weiter zu entwickeln. E-Pop wird in dieser Sommernacht in Paris Kategorie. Der Weg der Solisten Marc Marshall und Jay Alexander endet in Paris.
Überraschend genug, betrachtet man nur die Lebenswege der beiden Gesangs-Künstler. Jay, im Badischen aufgewachsen und an der Musikhochschule in Karlsruhe zum Sänger ausgebildet, hat einen ausgeprägten Drang zu stimmlicher Perfektion. Daneben gibt es nur kleinste Freiräume für andere Interessen. Nach und nach wächst in ihm aber spürbar der Wunsch, mehr über seine familiären Wurzeln zu erfahren. Sein Großvater kam aus dem heutigen Pakistan nach Deutschland, gründete eine Familie, die offenbar durch die Folgen des Weltkrieges versprengt wurde. Jay: "Ich spüre in mir die Neugier, dieses Kapitel meiner Familiengeschichte aufzuarbeiten. Aber ich habe ehrlich gesagt auch Angst vor möglichen Erkenntnissen." Jay wird die verwischten Spuren suchen. "Meine Familie wird mich dabei unterstützten."
Nichts dergleichen bei Marc. Im Gegenteil: Ein lebenslanges Praktikum in der Musikbranche und gleichzeitig im Schoß der Familie. Vater Tony Marshall, hierzulande bekanntester singender Entertainer, nahm den Junior schon frühzeitig mit auf Tour. TV-Studios, Musiktheater, Tonstudios, Agentenbüros, Autogrammstunden, Fototermine - all das erlebte Marc schon, als er selbst kaum laufen konnte. Auf dem natürlichsten Wege kam er also plötzlich selbst ans Mikrofon. Aber dann fand er seinen eigenen Pfad, diszipliniert und gerade; über die Musikhochschule und zu Lehrmeistern in den USA - fern von Papa.
Die Mischung machts, das besagt eine alte Weisheit aus der Zeitungsbranche über Erfolg oder Mißerfolg eines Titels. Die Mischung macht"s auch bei Marshall und Alexander: Die stimmliche Qualität, die emotionale Qualität und die Präsentationsqualität. Ein Live-Act ohne wenn und aber, der gegen den Trend innovative Musik macht - emotionale Musik für die Zukunft.
Quelle: Sony BMG
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