Rheinländer
Die rheinische Lebensart schlägt sich natürlich auch in der Musik dieser beliebten Region nieder. Das ist bei der Band, die sich Rheinländer nennt, ganz besonders der Fall. Da schlägt sie quasi Kapriolen. Ihre Lieder sind geprägt von typisch rheinischem Humor und ausgesprochener Feierlaune, von ansteckendem Optimismus und bewundernswerter Gelassenheit. So haben sich die sechs Frohnaturen aus Köln für ihr von langer Hand vorbereitetes Debütalbum, schlicht „Rheinländer“ benannt, viel Zeit gelassen. Dabei warten sicherlich viele Fans fast schon ein wenig ungeduldig darauf. Schließlich gibt es die Rheinländer tatsächlich bereits seit einigen Jahren und sie sind seit nunmehr einem Jahr bei EMI respektive auf dem neuen Label Rhingtön unter Vertrag. Längst ist das muntere Sextett weit über den Karneval hinaus eine feste Größe in der Musikszene Kölns und des Rheinlands. Mit ihren originellen Liedern zum Schwofen, Schunkeln und Schmunzeln haben die Rheinländer viele Herzen erobert und schon manchen Coup gelandet.
So enthält ihr 14 Songs umfassendes Album neben einigen neuen Liedern wie der jovialen nächsten Single „Wir alle wollen immer nur das Eine“, dem herrlich nostalgischen Walzer „Ävver schön wor et doch“ und dem beherzt schwungvollen Rock’n’Roll „Marie“ auch all jene Lieder, mit denen die Rheinländer seit geraumer Zeit in der Gunst jedes Publikums in Partylaune weit vorne liegen. Mit „Einmol“ belegten sie vor drei Jahren beim legendären Liederwettbewerb „Loss mer singe“ den zweiten Platz hinter „Viva Colonia“, und im letzten Jahr schafften sie es in derselben Konkurrenz um das beliebteste Kneipenlied Kölns mit „Op die Welt“ auf Platz eins. Auch die im letzten Jahr veröffentlichte erste Single für EMI, „Wir haben mehr vom Leben!“, war in den hiesigen Radiocharts ein Achtungserfolg über alle karnevalistischen Zirkel hinaus.
Gegründet wurden die Rheinländer 2001 von Karl Heinz „Kalla“ Morschhäuser und Jean Wilhelm „Schäng“ Odenthal. Kalla, dem Bassisten, wurde schon von seinen karnevalistisch aktiven Eltern die Liebe für kölsche Lieder aller Art einverleibt, und sein Freund Schäng spielte schon von klein auf Akkordeon. Auch wenn die beiden Freunde, wie übrigens alle Bandmitglieder, recht gute Sänger sind, fanden sie in dem Gitarristen Holger Schiffgen, dem ehemaligen Leadsänger der Blaumänner, einen Frontmann ganz nach der gewünschten Fasson. Der Keyboarder Christian „Kocki“ Kock, der zweite Gitarrist Ronny Derouiche sowie der Schlagzeuger Bernd Löhr, seit drei Jahren mit an Bord, vervollständigen das Sextett. Bereits in der Karnevalssession 2001/2002 machten sich die Rheinländer einen guten Namen. Mittlerweile absolvieren sie rund 100 Auftritte allein in der Karnevalszeit, sind aber auch für alle anderen Konzerte und Events zu gewinnen, wo es gilt, für Stimmung zu sorgen. Auftritte in von ARD, ZDF, WDR und RTL übertragenen Karnevalssitzungen haben die Rheinländer weit über die Region hinaus bekannt gemacht.
Was die Rheinländer vor allem auszeichnet, sind ihre exzellenten Lieder mit herrlich pointierten Texten und adäquat griffigen Melodien, die durchaus in der Tradition renommierter Kollegen wie Bläck Fööss und Höhner stehen. Für die Aufnahmen zu ihrem Debütalbum haben sich die Rheinländer mit dem durch zahlreiche Erfolge mit den Höhnern bekannt gewordenen Produzenten Thomas Brück zudem den denkbar besten Mann ins Studio geholt. All ihre Lieder mit den kleinen humorvollen Anekdoten, den aberwitzigen Strophen und der gesunden Portion kölscher Lebensweisheit wirken bei aller stilistischen Vielfalt, die das Album „Rheinländer“ auszeichnet, wie aus einem Guss. Ein Debütalbum, zu dem sich manches Fass aufmachen lässt und das ein Dauerbrenner, ein riesiger Partyspaß zu werden verspricht. Für die Rheinländer ist jetzt Hochsaison: In diesem Jahr werden sie ihre bislang größten Konzerte geben.
Wir sind die Rheinländer
Die Bandhymne schlechthin. Bringt sofort Stimmung in die Bude. Wird von der Band pfiffig als Speed-Polka bezeichnet. Wunderbar eingebautes Liedzitat von Kraftwerks Popklassiker „Wir sind die Roboter“ – mit jeckem Gruß nach Düsseldorf. Auch live ein bereits bewährter und höchst beliebter Opener. Ein Song, der zeigt, dass sich die Band gleich rein ins Vergnügen stürzt. Musste einfach auch das Album eröffnen.
Op die Welt
Ein blitzsauberer Shuffle. Absolute Zugnummer im Live-Geschäft. Der erste Satz sagt eigentlich alles: Von wegen früher war alles besser. Repräsentiert den Frohsinn und den Optimismus als rheinische Lebensart. Im letzten Jahr Platz eins bei „Loss mer singe“, dem Liedwettbewerb unter Lokalmatadoren. Radio Köln „Top Jeck“ Platz drei. Top-Rezension der Single im Express. Ein Dauerbrenner in der musikalischen Welt der Rheinländer.
Alte Liebe
Ist zwar ruhig, aber auch ein Shuffle. Fast schon Barmusik. Klingt so, als wäre es an der Theke gespielt, als würde dieses Lied direkt vom Tresen erzählt. „Alte Liebe“ hat einen autobiographischen Hintergrund: Das Wiedersehen mit einer alten Liebschaft weckt nicht nur schöne Erinnerungen, sondern ruft auch alte Gefühle wach. „Wie erklär ich dat zo Huss?“
Wir alle wollen immer nur das Eine
Der einzige Song der Rheinländer in Hochdeutsch. Die humorvolle Nummer hat beste Chancen, vom Balearenstrand bis zum Alpenrand ein riesiger Stimmungshit zu werden. Ein wenig frivol und enorm einprägsam. Ein Partykracher für fortgeschrittene Stunden. Ist zugleich die neue Single, die den Rheinländern den ersten deutschlandweiten Erfolg bescheren sollte.
Ävver schön wor et doch
Urkölsche Gefühlsduselei. Ein schwerer Walzer. Es geht um eine Verflossene. Erinnerung malt mit goldenem Pinsel. Ist zwar auf das Thema Liebe gemünzt, aber lässt sich gut und gerne auf jede andere Lebenssituation anwenden. Erste Publikumsreaktionen haben bereits signalisiert, dass „Ävver schön wor et doch“ in diesem Jahr eine der ganz großen musikalischen Attraktionen im kölschen Karneval wird.
Einmol
Melancholische Melodie. Im Mittelpunkt steht der Exilkölner, der immer wieder gerne zurückkommen würde; der sich an viele Dinge erinnert, die er noch einmal erleben würde, sei es zum FC Köln zu gehen oder sei es nur ein Kölsch zu trinken. Stammt kurioserweise von einem Ostfriesen, dem Gitarristen von Guildo Horn. Im Jahr als die Höhner mit „Viva Colonia“ bei „Loss mer singe“ den ersten Platz machten, belegte „Einmol“ Platz zwei. Seitdem Kultnummer!
Wir haben mehr vom Leben!
Der Songtitel kommt auch in seinem musikalischen Pendant „Wir sind die Rheinländer“ vor. War vor einem Jahr die erste Single für die EMI. Ein humoristisches Loblied auf die Stärken des Rheinländers per se: auf sein großes Herz, seinen noch größeren Durst und auf die „Schnüss, die immer schwaad“. Kommt vor allem außerhalb von Köln gut an. Hier gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten, damit die Rheinländer enger zusammenwachsen.
He am Rhing
Hier hat Thomas Brück ganze Arbeit geleistet. Die Nummer hat mit ihren wohl temperierten Gitarrenklängen einen echt superben Drive. Eine Liebeserklärung an die Heimat, nicht nur auf gebürtige Kölner, sondern auch auf die so genannten „Immis“ gemünzt, auf all jene, die von auswärts kommen und sich in Köln und Umgebung niedergelassen haben. Wie sagt man so schön: Hier kann jeder Jeck glücklich werden.
Marie
Der pure Rock’n’Roll. Das temperamentvollste Stück des Albums. Und die Geschichte ist wie aus dem Leben gegriffen: Ein Mann hat den Blues. Er ist mal wieder um die Häuser gezogen. Hat Heim, Herd und Zeit vergessen. Jetzt steht er vor der Tür und Marie will ihn nicht rein lassen. Situationskomik pur. Mehr Funky Mariechen als Funkenmariechen.
Dat Levve jeit wigger!
Ein reiner Walzer. Höchstwerte auf der Schunkelskala. Ein überzeugendes Plädoyer für notorisch gute Laune? Jedenfalls wohl das kölscheste Lied des Albums. Könnte aus dem Katechismus der rheinischen Gebote stammen: ein zum bierseligen Feiern animierendes Lied voller kölscher Lebensweisheit, das jedermann ermutigt, den Alltagsblues ebenso wegzustecken wie ernstere Schicksalsschläge.
Wenn ich d’r Dom sinn
Das Porträt des weltoffenen Kölners, der schon viel in der Welt herumgekommen ist, aber den das Heimweh jedes Mal überkommt, wenn er den Dom sieht. Fast schon ein kölscher Countrysong, zwischen Fernweh und Heimweh. Das Gefühl der Ergriffenheit, wenn man den Dom erblickt, ist hier einmal mehr mit musikalischer Passion verewigt worden.
D’r Hätzschlaach es de decke Trumm
Auf gut deutsch: Der Herzschlag ist die dicke Trommel. So Karneval wie Karneval nur sein kann. Ein Marsch, wie er zeitgemäßer kaum gespielt werden kann. Wir trommeln durch bis morgen früh. Die älteste Nummer des Albums, die noch aus der Zeit vor der Gründung der Rheinländer stammt. Hat nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren. Stimmungstrumm!
Wickie
Nachdem die Band vor drei Jahren erstmals bei einer Veranstaltung auf einem Rheinschiff engagiert worden war, nahm die Band den Titelsong der beliebten Trickfilmserie „Wickie“ in ihr Programm auf. Die Nummer wurde auf Anhieb ein Publikumsrenner und wurde nun in einer mitreißend produzierten Version aufgenommen. Fängt wie ein Shanty an und schwingt sich zu einem fulminanten Surf Beat auf, der dem legendären „Peter Gunn“ alle Ehre macht.
Kölle es do (wo d’r Dom steit)
Irisch angehauchter Walzer. Das gefühlte Navigationslied für jeden Kölner. Ganz gleich, von welcher Seite man sich Köln nähert, der Dom ist schon immer von weitem zu sehen. In diesem Jahr ist der Kölner Dom in der ZDF-Serie „Die Besten“ zum beliebtesten Platz Deutschlands gewählt worden. Ergo, eine unübertreffliche Schlussnummer.
Quelle: EMI
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