08.10.2012 09:00:58

Waltraut Haas im Interview mit Carsten K├Ąmmerer!

Einige wenige der j├╝ngeren Generation, werden die mittlerweile 85-j├Ąhrige Wienerin gar nicht kennen! Viele andere aber verbinden mit Waltraut Haas z.B. ihr erstes Kinoerlebnis. Filme wie "Im wei├čen R├Âssl", "Der Hofrat Geiger" oder unvergessen "Mariandl" kommen sofort in den Sinn. Wenig sp├Ąter dann weitere gro├če Namen, wie Peter Alexander, Hans Moser, Paul H├Ârbiger, Rudolf Prack oder Heinz Erhardt, mit denen Waltraut Haas allesamt spielte.

Auch heute noch ist Waltraut Haas auf der Theaterb├╝hne aktiv, gerade erst probte sie f├╝r "Arsen und Spitzenh├Ąubchen", welches am 07.September in Wien seine Premiere feierte. Sie war seit dem 28. Juli 1966 mit dem Schauspieler Erwin Strahl verheiratet, der leider im letzten Jahr starb und f├╝r die Schauspielerin eine gro├če L├╝cke hinterl├Ąsst. Das wichtigste jedoch f├╝r die humorvolle Schauspielerin: ihre Fans.

Sehr geehrte Frau Haas, Sie geh├Âren zu den ganz Gro├čen im Film- und Musikgewerbe. Aus Ihrer Sicht: wo liegt der Unterschied zwischen dem Showbusiness der gro├čen 50er und 60er Jahre und dem Showbusiness heute?

Den Unterschied k├Ânnen Sie deutlich sehen, anhand der Lebensumst├Ąnde und Lebensauffassungen, die sich sehr stark ge├Ąndert haben. In den fr├╝heren Spielfilmen der Nachkriegsjahre sehnte man sich nach heiler Welt, nach sch├Ânen Bildern, netten Menschen und heiteren Darstellungen. Heute ist dies l├Ąngst ├╝berholt. Allein die Tatsache, dass ich noch heute auf diese Filme angesprochen werde, die ja ununterbrochen im Fernsehen wiederholt werden, zeigt mir, dass es doch noch Bedarf an dieser Art der Geschichtenerz├Ąhlung bedarf.

Sie haben u.a. auch mit Peter Alexander gespielt - Ihr "Im wei├čen R├Âssl" hat Kultstatus. Verraten Sie uns, was f├╝r ein Mensch Peter Alexander war und was Sie an ihm mochten?

Wie fast alle meiner Kollegen war Peter ein ganz normaler Mensch. Mit Anspruch an h├Âchste Perfektion aber immer auch mit gro├čem Spa├č an der Sache. Zur├╝ckblickend: Wir haben viel gelacht fr├╝her, mehr als heute. Leider!

Sie k├Ânnen die Uhr zur├╝ckdrehen, ein Abendessen mit Peter Alexander, Hans Moser oder Roy Black steht an. Wen dieser Herren w├╝rden Sie mitnehmen und ├╝ber welches Thema w├╝rde das Gespr├Ąch beim Essen gehen?

Da m├Âchte ich mich gar nicht entscheiden! Ich w├╝rde alle drei w├Ąhlen! Ich habe mit allen ein sehr, sehr gutes Verh├Ąltnis gehabt, Hans Moser war so etwas wie ein Vaterersatz f├╝r mich. Ich bin sicher, bei diesem Abendessen h├Ątten wir die gleiche Freude, die wir immer hatten. Wenn ich aber die Zeit zur├╝ckdrehen k├Ânnte, w├╝rde ich doch lieber meinen Mann w├Ąhlen, der letztes Jahr starb und mir unendlich fehlt.

Ich darf es verraten, Sie sind 85 Jahre "jung" geworden. Welche Zukunftstr├Ąume hat Waltraut Haas privat und beruflich?

Ach Zukunftspl├Ąne, was ist das? Was ich in 5 Jahren mache, wei├č ich nicht, das habe ich auch nicht zu entscheiden. Momentan spiele ich in der Wachau Theater, parallel probe ich f├╝r ein zweites Theaterst├╝ck, das am 07. September in Wien Premiere hatte: "Arsen und Spitzenh├Ąubchen", ein Klassiker. Dazwischen habe ich Gastauftritte mit meinen Shows und zahlreiche ├Âffentliche Einladungen, die ich zeitlich alle gar nicht annehmen kann. Ich habe eigentlich jeden Tag etwas zu tun und bin gl├╝cklich zu Hause mit meinem kleinen Pudel.

Vielen Dank und alles Gute f├╝r Sie, bleiben Sie uns lange, lange erhalten.

Quelle: lokalkompass.de/Carsten K├Ąmmerer
Foto: Waltraut Haas/Thorsten Groneberg ├╝ber Herrn K├Ąmmerer

 

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