27.01.2013 07:00:04

Lisa Bassenge: "Wolke 8"

Es ist ja fast schon logisch, dass – nach „Nur fort“, der Songsammlung ĂĽbers Weggehen – „Wolke 8“ offenbar eine Platte ĂĽbers Ankommen geworden ist. Nur mal als grober Tipp und ohne Details. So kann man ja auch den Titel verstehen: Wer vom GlĂĽck berauscht ist, sucht sich gern eine sichere Bleibe in der Nachbarschaft. VorĂĽbergehend zumindest.

Von den Ringkämpfen, knallharten Selbstbefragungen, Flirtprovokationen, und Rundgängen durch emotionale Korridore, die eher mies beleuchtet sind, gibt es auf diesem Album noch genug zu hören. Im Swing-Punk „Lass die Schweinehunde heulen“, dem PrĂŞt-Ă -porter -Chanson „Dernier Cri“, dem von Dunst durchzogenen ResĂĽmee „Nach dem GlĂĽck“, dem Auf-dem-Tisch-Tanz „Dummes Herz“ und den vielen anderen, unverwechselbaren, umwerfenden StĂĽcken.

Ohne zum Schluss noch irgendjemanden nutzlos verunglimpfen zu wollen: Das Angebot an selbsterklärt authentischen, singenden, songschreibenden jungen Frauen ist in der deutschen Musikszene durchaus groĂź. Und ausreichend. Was fĂĽr eine herausragende Neuerscheinung „Wolke 8“ trotzdem (oder gerade deshalb!) ist, hat natĂĽrlich auch damit zu tun, dass Lisa Bassenge schon vorher eine der mit Abstand besten und aufregendsten Stimmen war.

Dass sich das Album, das ihr und ihren Jungs hier gelungen ist, so abwechslungsreich und abgrundtief anhört, so zupackend und feinmotorisch, literarisch und live, bedeutungsschwanger und neugeboren, wie es nur die allerbesten Popplatten tun – das ist die Nachricht. Das Geständnis. Die Parole. Das sagen die Songs, während sie einem an den Ohren ziehen. Im Abspann vom „Schweinehunde“-Lied hört man sogar, wie einer „Rock’n’Roll!“ brĂĽllt. Das ist zwar dann doch ein klein bisschen ĂĽbertrieben. Aber genau die Richtung.  

Quelle: Lisa Bassenge/Sabine Beyer

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