12.03.2012 10:57:42

Marjan und Lukas: "Luft und Liebe", VÖ: 16.03.2012

Eigentlich sind Marjan Shaki und Lukas Perman Musicaldarsteller. Eigentlich? Na "uneigentlich" auch, aber sie sind noch mehr als das: Herausragende Sänger, ambitionierte Schauspieler, Publikumslieblinge, Wiener Lokalmatadore, große Namen in der Szene und außerdem ein hinreißend sympathisches Liebespaar. Und ab Frühjahr 2012 auch sehr erfolgreiche Interpreten eigener Songs. Denn dann erscheint ihr erstes Album "Luft und Liebe".

2005 wurden Marjan und Lukas für die Wiener Inszenierung von "Romeo und Julia" gecastet. Was für die Bühne geplant war, verwirklichte sich auch dahinter: Es funkte. Und zwar gewaltig. "450 Abende lang Küsse und gemeinsames Sterben auf der Bühne – wir konnten gar nicht anders als uns zu verlieben", sagt Lukas heute. "Das Schöne ist aber, dass wir `Romeo und Julia´ überdauert haben", ergänzt Marjan, "wobei ich damals schon aufgeregt war, als ich hörte, dass Lukas den Romeo spielen wird. Wir kannten uns schon ein bisschen. Und irgendwann stehst du auf der Bühne, probst den Kuss und denkst dir: Verdammt, spiele ich das jetzt oder bin ich wirklich so nervös?" Heute ist die Antwort klar. Als Kollegen eröffneten sie die Spielzeit des Shakespeare-Musicals, als Paar beendeten sie sie. Drei Jahre später dann das gemeinsame Engagement zum "Tanz der Vampire", ebenfalls in Wien. Über 500 Vorstellungen mit Marjan und Lukas in den Hauptrollen. "Das Musical ist für jeden Künstler eine harte Schule. Du musst konstant jeden Abend deine Leistung bringen. Da musst du dir Disziplin aneignen. Es muss auch bei der 500. Aufführung noch frisch wirken", beschreibt Lukas die Herausforderungen dieser Zeit. "Dafür ist es schön, wenn man sieht, wie man Menschen mit Musik und Schauspiel begeistern kann."

Jetzt gehen Marjan und Lukas den nächsten Schritt. Das Debüt-Album "Luft und Liebe“ ist fertig, der Plattenvertrag bei Ariola (Sony Music) unterschrieben und die CD voll mit emotionalen, eingängigen und kraftvollen Songs. Gemeinsam mit ihren Freunden und Songwriter-Kollegen Maya Singh und Kristian Nord haben sich Marjan und Lukas zwei Jahre lang zusammengesetzt, ausgetauscht, diskutiert, philosophiert und versucht die richtigen Stücke zu finden. Mit Erfolg! "Uns war es wichtig, nicht auf irgendwelche Komponisten oder Produzenten zurückzugreifen, die uns die Plattenfirma vorschreibt. Wir wollten mit unserem eigenen Team arbeiten, mit dem wir auch befreundet sind und offen sprechen können", erklären die beiden Sänger.


Es war eigentlich von Anfang an klar, dass es deutschsprachig sein soll. "So kantig die deutsche Sprache auch sein mag – sie hat auch viele phonetisch schöne Seiten", erklärt der ausgebildete Sänger Lukas, der sich wünscht mit dem Album "eine Brücke zwischen den Genres bauen zu können." Gehobener Schlager im zeitgemäßen Sound steckt in Songs wie der ersten Single "Luft und Liebe", "Regenwunderland", "Küss mich" oder "Überall ist Liebe". Das charmant-schwelgende "kleine Café an der Seine" präsentiert sich im französischen Chanson-Gewand und der internationale Pop-Geist in großen Balladen wie "Wo bist du" (Marjan: "Mein Lieblingslied!") oder "Freudentränen". Und so filigran und durchdacht die Songs auch produziert sind, es lässt sich hier in der Tat kaum die Grenze ziehen zwischen Schlager, Pop, Chanson und Musical. "Musical ist heute so nah am Schlager und Pop wie noch nie zuvor", sagt Marjan, "darum probieren wir zwar was Neues, leben aber immer noch in der Musik das aus, was wir lieben. Es macht schon Spaß, dass wir jetzt auf einem eigenen Album die Bandbreite zeigen können, die wir uns in der Musicalzeit erarbeitet haben."

Marjan, die als Kind einer Perserin und eines Berliners in Hamburg aufwuchs, genoss ihre Musicalausbildung an der dortigen Stage School und zog später nach Wien. Dass es Musical sein sollte, wusste sie schon früh. Der Klavierunterricht hatte nach eigener Angabe "keine besonders erwähnenswerten Früchte getragen", das Ballett schon eher und beim Gesangsunterricht war dann alles klar gewesen. In Wien traf sie auf Rainhard Fendrich, der ihr entscheidende Impulse für den Start in die Musikbranche gab. Lukas, der seine Kindheit in Salzburg verbrachte, fühlte sich zunächst zur klassischen Musik hingezogen. Sein Interesse fürs Musical entwickelte sich während der Schulzeit auf einem musischen Gymnasium. Nach der Ausbildung am Salzburger Mozarteum und Wiener Konservatorium und ging es dann auf die Bühne.

"Wir haben insgesamt sehr viel Glück gehabt", resümieren sie im Gespräch, "wir kommen aus intakten Elternhäusern und haben Menschen, die hinter uns stehen. Wir können nur dankbar sein." Darum geben Marjan und Lukas von ihrem Glück gerne was ab. Sei es nun musikalisch oder in Sachen sozialem Engagement. Ihr intensiver Einsatz für Haiti nach dem Erdbeben im Januar 2010 hat in ihrem Heimatland Österreich hohe Wellen geschlagen. "Als das Erdbeben geschah, ging es uns gerade sehr gut. Wir spielten jeden Abend mit Erfolg 'Tanz der Vampire', kamen dann nach Hause und sahen im Fernsehen die Nachrichten aus dem Katastrophengebiet. Da wussten wir beide: Wir müssen jetzt was tun." Zunächst sammelten sie in den Musical-Vorstellungen Geld. Dann die Idee: eine Benefiz-Gala. Es wurde eine der größten, die Österreich je gesehen hatte. Das Echo war so stark, dass Marjan und Lukas im Folgejahr zur Fortsetzung baten, und diese wurde noch spektakulärer: Alle (!) Musical-Hauptrollen der letzten 25 Jahre traten gemeinsam in Wien auf und machten die Veranstaltung zur größten Musical-Gala aller Zeiten, so dass doppelt so viel Geld wie im Vorjahr für Haiti gesammelt werden konnte. In dieser Zeit trafen Marjan und Lukas auch auf Sean Penn und traten mit seiner "J/P Haitian Relief Organization" in Verbindung. "Wenn man helfen will, kann man es auch. Das Projekt, für das du brennen kannst, findet dich", sagt Marjan heute. Zu Weihnachten 2011 haben die beiden Künstler 1.900 (!!!) Schuhkartons mit Geschenken für Kinder in Haiti gesammelt, die österreichische Kinder in den Schulen gebastelt haben. Im November wurden Marjan und Lukas für ihr Engagement mit dem "Life-Goes-On"-Award  in der Wiener Hofburg ausgezeichnet.

Gemeinsame Bühnenarbeit, gemeinsames Charity-Engagement, gemeinsames Wohnen und Leben – wie schafft man es da sich nicht immer nur um die eigene Achse zu drehen? Die prompte und doch gut durchdachte Reaktion auf die Frage macht klar, dass sich Marjan und Lukas darüber nicht zum ersten Mal Gedanken machen. Marjan: "Am Anfang hatte ich Angst, wenn ich gesehen habe, wie viele Branchenpaare sich trennen. Man muss sich schon bewusst machen, dass man auch noch ein Privatleben hat und gezielt Pausen voneinander nehmen, damit man sich auch wieder was zu erzählen hat. Und: Wir haben beide irgendwann still beschlossen, dass uns die Beziehung wichtig ist. Das heißt: Keine jahrelangen Trennungen für den Job. Denn die kann es sonst in einem Bühnenberuf mit langfristigen Verpflichtungen schnell mal geben." Lukas pflichtet ihr bei: "Es gibt kein Patentrezept. Aber wenn man sich liebt, versteht und eine gemeinsame Basis hat, dann kann man es doch schaffen." Es ist auffällig, wie gleichberechtigt und auf Augenhöhe diese beiden Künstler miteinander – und mit ihrem Gegenüber – umgehen. Man hat den Eindruck, dass beide in etwa gleich lebhaft und temperamentvoll bzw. besonnen sind. Ein Eindruck, der offensichtlich täuscht, wie das Lachen des Paars und der darauf folgende Dialog verraten.

Sie: "Lukas ist besonnener. Er denkt sogar nach, bevor er redet."
Er: "Marjan redet insgesamt lieber als ich."
Sie: "Er hört dafür gut zu."
Er: "Nein. Ich filtere."
Ein ganz normales Liebespaar.

Quelle: Sonymusic/ Release Public Relations - Josef Schartner
Foto: Sonymusic/Olaf Heine