28.06.2013 04:00:21

Seer: "Dahoam"; VÖ: 28.06.2013

Seer

Dahoam. Heimat. Das Daheim lässt sich auch in dieser, ihrer Musik wiederfinden. In den Stimmen der SängerInnen, dem Klang von Instrumenten, der Art und Weise wie der Komponist den von ihm geschriebenen Liedern Leben eingehaucht hat. Da ist diese Unverwechselbarkeit. Einige Sekunden genügen als Hörprobe, die ersten Takte, da, das Arrangement baut sich im Intro auf und die Stimmen schälen sich aus den Instrumenten…Ah ja, eh klar. Unverkennbar, das sind die 8 Seer! Ober-Seer Fred Jaklitsch hat das neue Album "Dahoam" getauft. Aus gutem Grund, denn kaum eine Band ist so mit dem Flecken Erde von dem sie stammt verbunden, wie die Seer. "Da kommen wir her, da sind wir dahoam, hier haben wir unsere Wurzeln", betont Jaklitsch immer gerne, wenn die Frage auf das ‚Seerische‘ aufkommt. "Man kann es nicht erklären", sagt er dann meist und meint damit die Unverwechselbarkeit der Stimmen, den Kompositionen und  Texten und überhaupt… So san‘d Seer, d’Seer san a so… Am besten zu erleben, wenn zum jährlichen großen Open Air nach Grundlsee gerufen wird. Das ist das Stichwort: Grundlsee. Fred Jaklitsch steigt dann gerne tiefer in das Thema ein und nimmt die Zuhörer mit auf eine Wanderung durch das kreative Gefühlsleben eines Komponisten. Er erzählt über  Heimat, Hoamat, Dahoam, darüber wie es gelingt das Seerische in Text und Komposition leben zu lassen, dass das 16. Album den Spannungsbogen hält wie all die 15 davor.

"Die musikalische Herausforderung ist es den eingeschlagenen Weg mit Abkürzungen und Umwegen auszubauen, dem Zuhörer ein Déjà-vu,aber auch ein Aha zu entlocken. Es bleibt für mich spannend vom Augenblick des Durchstöberns der Handynotizen, wo sich manchmal schwer definierbare Sprachfetzen  drauf finden, wo mir oft auch nicht mehr klar wird, was ich damit gemeint habe", sagt Jaklitsch und "Es kommt die Phase, wo Zeile für  Zeile sich  findet, aber da sind auch  die Momente, wo man sich eingesteht, das wird nie was". Der erste magische Moment ist, wo die Musiker das Studio betreten und das Lied eine Feuerprobe erlebt, ob es auf der CD seinen Platz finden wird. Fred Jaklitsch: "Ein zweiter magischer Moment passiert schließlich  vor Publikum, wenn die Emotion, die irgendwann mal in der  Luft lag, das Zeug hat eine Brücke von Mensch zu Mensch zu bauen". Die Songs auf "Dahoam" sind 19 unterschiedliche Brücken die neu, aber in vertrautem Klang, mit den Stimmen die man kennt und liebt, in die Köpfe und Herzen der Zuhörer ihren Weg finden werden. Jaklitscht‘s Band, die Seer, sie sind über allen Schubladen stehend, nirgendwo einem eindeutigen musikalischen Genre zugehörig. Die Heimat der Musiker ist die Band, die Gegend, das Land und dieses ‚Dahoam‘ gibt’s eben nur einmal. Es wird vielleicht gerne auch nachgemacht, abgepaust, gecovert, aber schon klonen geht halt nicht, denn das Original lässt sich nicht einfach nochmal nach Gutdünken erneut schnitzen.


Dahoam auf der Zloam
Die Heimat, das "Dahoam" der Seer ist das Salzkammergut. Über die Erfolge der Band ließen sich Bücher schreiben und hier, auf diesem Zettel ist der Platz zu beschränkt, also lassen wir einfach die Tatsache stehen, dass die Seer seit weit mehr als 10 Jahren zu den ganz Großen des Landes zählen. Weshalb die Gruppe so erfolgreich ist? Dazu lassen sich beim traditionellen, jährlichen Open Air in Grundlsee Antworten finden. Menschenmassen kommen auf diese, ‚Zloam‘ genannte, Schiwiese um gemeinsam einen Abend zu verbringen. Die, die das erste Mal auf der Zloam sind, gehen mit dem Gefühl einen wirklich großartigen Abend erlebt zu haben, nach Hause. Jene, die schon öfter beim Open Air waren wissen, es ist eine Art nach Hause kommen. Es treffen sich Menschen wieder, die schon Jahre zuvor vor der Bühne gemeinsam die Lieder mitgesungen haben.  Ja, sogar jene Kinder sitzen auf den Schultern der Väter, deren Eltern beim Open Air zusammengefunden haben und heute einen Trauring tragen und alles andere als traurig darüber sind. Menschen kommen auf die Zloam, weil sie wissen was sie erwartet: Beständigkeit! Verlässlichkeit in turbulenten Zeiten. Man findet sich wieder in den Liedern, kann die Texte auswendig, hört vertraute Stimmen  und ist daheim, denn das Herz, die Gefühle mit allen positiven Nebengeräuschen sind auch mit nach "Dahoam" gekommen.

Dahoam – Das neue Album der Seer
"Dahoam" ist der programmatische Titel der neuen CD der Seer. Das Cover zeigt zwei Fischer am See. Eine vertraute Szene. Beide tauchen ihre Angeln in tiefblaues Wasser während der Himmel in tiefem rot strahlt. Der Gegensatz der Farben symbolisiert die musikalischen Gegensätze des Albums. Unterschiedliches, das trotzdem auf seine Art zusammenpasst und vertraut klingt.

"Das Album beginnt symptomatisch mit ‚1 x im Joahr‘", so Jaklitsch, und fügt erklärende hinzu: "Es ist die Geschichte zweier Menschen die, auch wenn die Liebe nicht ganz für eine lebenslange Beziehung  reicht, sich zumindest 1x im Jahr wiedersehen müssen.  Aber: "Einmal im Jahr" ist auch und vor allem jener Song am Album, der perfekt das beschreibt, was Menschen fühlen, die sich auf der Zloam wieder treffen. Ganz gleich weshalb sie unterschiedliche Wege gehen, was sie immer wieder zusammen kommen lässt, ist dieser magische Abend hoch übern See. Man braucht kein Prophet zu sein um zu erkennen, dass sich hier, neben ‚Wild’s Wasser‘ eine weitere Mitsing-Hymne im Open Air-Programm anbahnt. Ein Lied wie ein Souvenir.

Völlig anderes, musikalisches Armdrücken, das passiert beim Titel ‚Dirndl Zug und Gita‘. Tom am Stromruder und Jürgen an der Harmonika tragen einen kollegialen Disput aus. Keine Panik, es bleibt bei den gesungenen Drohungen, die beiden sind natürlich gut befreundet, aber der Song hat was, wird live sicher der große Bringer weil sich etwas tut, Bewegung drin ist. Eine wahre Geschichte erzählt Fred Jaklitsch im Lied ‚Italienische Schuach‘. Herrjeh, der Mann singt uns anderen Männern aus der Seele! Einmal im Radio gespielt und von Boden- bis zum Neusiedlersee wird bestätigend von den Geschlechtsgenossen mit dem Kopf genickt. Wetten? Das Lied ist allerbester Austropop und wird uns noch viele Sommer begleiten…In der Tradition der Seer-Lieder meldet sich ‚Di vergiss i nie‘ am Album. Die Ballade besticht durch die Schwingungen von dem Gleichklang der Chöre, der Harmonika und den Stimmen von Sassy und Astrid. Sekunden nachdem das Intro anklingt gibt’s keine offenen Fragen mehr: Die Seer sind’s!

18 Titel werden es sein, die das Album "Dahoam" begleiten. Es tauchen da und dort andere, aber nicht fremde Klänge auf. Da schau, eine Brass-Session und auch die Fiedel macht sich gut. Das Lied ‚Manana‘? Super, es sagt uns genau das, was wir uns so sehr wünschen: ‚Entschleunigung,  Gang zurückschalten‘ so Fred Jaklitsch denn morgen… morgen ist auch gut, geh runter vom Gas, halte die Füße in den See und gib dir einfach Auszeit. Oder ‚Tohuwabohu‘. Auch ‚Wie geht’s‘ ist ein Open Air-Lied, denn, wenn 25.000 Menschen unter freiem Himmel für mehrere Stunden dicht an dicht stehen und feiern, da ist es sogar sehr wahrscheinlich sich am selben Ort wieder einmal über den Weg zu laufen. ‚Ab gewisser Anzahl an Lebensjahren trifft man alte Freunde wieder, welche die man vermisst hat, manche deren Abgang jetzt erst auffällt,  in  beiden Fällen ist die häufigste Frage: Wie geht`s?‘, erzählt Jaklitsch über seine Gedanken, die dem Song ‚Wia geht’s‘ zugrunde liegen. ‚Und in ‚Kloaner Engel fliag‘ erinnern wir daran,  dass, wie die Gesellschaft mit  Kindern umgeht, sich zeigt wie weit wir noch von einer gerechteren  Welt entfernt  sind. Es ist ein Lied darüber, dass man sich den Platz zum Leben nicht in jungen Jahren  aussuchen kann‘. Nachsatz: ‚So klingen die Seer 2013. Was immer noch kommen mag, das sind wir heute, unsere Worte unsere Lieder, mehr Seer ging nicht rauf auf "Dahoam", aber was drauf ist, ist das, was uns am Herzen liegt!‘

Quelle: Viertbauer Promotion