Schlagerzelt

11.01.2015 10:00:01

CD Rezension: Heino - Schwarz blüht der Enzian

Heino
Foto: 
Starwatch Entertainment

 

Heino präsentiert sich mit seiner neuesten Produktion „Schwarz blüht der Enzian“ von einer völlig neuen, bisher unbekannten Seite. Mit 76 Jahren will es der blonde Hüne mit der dunklen Sonnenbrille noch einmal wissen: Er dreht sich musikalisch um 180 Grad, wechselt total die Musikrichtung und trumpft nun mit fetzigen, rockigen, bisweilen sogar harten Rhythmen auf, die jeden Zuhörer vom Sessel reißen. Man kann gar nicht glauben, dass es den erfahrenen Produzenten und Arrangeuren gelungen ist, aus den alten, manchmal als kitschig verschrienen Liedern etwas völlig Neues zu kreieren, das Heino in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt. Heino ist auf dieser Scheibe nicht mehr der harmlose Volksmusikbarde, sondern der charismatische Rockstar, der mit seiner tiefen, volltönenden Stimme jetzt vor allem das junge Publikum begeistern wird.

 

Heino

Allfälliger Kritik an seinem neuen Musikstil nimmt Heino den Wind aus den Segeln. Heino kann sich den Stilwechsel sicher leisten. Diejenigen Fans, die diese Art Musik nicht mögen und sich von ihm abwenden, werden durch viele neue Fans sicher mehr als kompensiert, sodass sich der neue Star am Rockhimmel über die Verkaufszahlen sicher keine großen Gedanken machen muss. Zu den 50 Millionen verkauften Tonträgern in seinem bisherigen Leben kommen sicher einige Hunderttausend noch dazu.

 

Heino: „Ja, ja, die Katja, die hat ja“


 

Dieser Titel ist nur einer von vielen bekannten Songs, die Heino zu seinen großen Erfolgen verholfen hat. Die Katja ist ein feuriges Mädchen aus der Taiga, das Wodka im Blut hat und Feuer im Herzen. Aber sie ist nicht das einzige Mädchen, in das der Interpret verliebt ist. „Rosamunde“ soll ihm auch ihr Herz schenken und nicht erst die Mama fragen. Und schließlich wartet auch noch „Die schwarze Barbara“ mit ihrem purpurroten Mund auf ihren Traummann. Heino ist „Einer von uns“! Obwohl dieser Titel vom Text her eher nachdenklich stimmen soll, da er eine Rückbesinnung auf die alte Heimat in der Jugend – den Kohlenpott in Deutschland – darstellt, geht musikalisch total die Post ab. Wer nicht angeschnallt ist, wird aus seinem Sessel gerissen.

 

„La Paloma“ und „Wir lagen vor Madagaskar“ – zwei bekannte Seemannslieder

 

Heino beweist auch in diesem Genre, dass man uralte Seemannslieder neu aufpeppen und für die heutige Zeit attraktiv arrangieren kann, sodass sie einfach zum Mitsingen und Mitschwingen einladen.

„Schwarz blüht der Enzian“  von Heino kann man vor allem jungen und jung gebliebenen Musikfreunden ans Herz legen, die auf rockige Musik und eine tiefe, richtig männliche Stimme Wert legen und die nicht nur an sanfter Schlagermusik Interesse haben. Diese Scheibe ist nicht zum Träumen  und Dahinschmelzen gedacht, sondern zum Mitrocken und Mittanzen. Man kann gespannt sein, was Heino als Nächstes einfallen wird. Jedenfalls beweist der ehemalige Bäcker und Fußballspieler, dass man mit 76 noch lange nicht zum alten Eisen gehört und dass man auch in diesem hohen Alter noch etwas völlig Neues anfangen kann, wenn man nur den nötigen Biss dazu hat.

Quelle: Schlagerportal.com/AS
Fotos: Starwatch Entertainment

 

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