22.07.2016 07:00:00

Nik P.: Schlager ist wieder zu einem Stück Kultur geworden

Nik P.
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Nik P. stürmte mit seinem neuen Album „Da oben #16“ wieder die Charts. In seiner Heimat Österreich ist Nik P. damit direkt auf dem 1. Platz eingestiegen. In der Schweiz gab er den großartigen 2. Platz und auch in Deutschland erreichte der Singer/Songwriter auf Anhieb den großartigen 11. Platz der Album-Charts. SCHLAGERportal hat mit Nik P. über die Fortsetzung seines Erfolgshits „Ein Stern der deinen Namen trägt“, die Zusammenarbeit mit DJ Ötzi und sein 16. Album gesprochen.

Du hast gerade dein 16. Album veröffentlicht – was unterscheidet die neue CD-Produktion von deinen vorherigen Alben?

Die Produktion soll sich ja nicht unterscheiden, da gibt es keinen großen Unterschied – Nik P. soll immer Nik P. bleiben. Das Besondere daran ist, da sind ältere Titel drauf, die ich neu arrangiert habe – Titel die mir sehr wichtig sind von der Aussage her, wie „Frieden“ und speziell in der Zeit in der wir jetzt leben war die Sehnsucht nach Frieden noch nie so groß wie jetzt. Ich habe die Titel schon vor längerer Zeit aufgenommen und jetzt im Sound der Zeit veröffentlicht.

Dann habe ich einige Titel aufgenommen, die schon vor 20 Jahren produziert worden sind wie „Der alte Mann“ oder „Weil wir tief im Herzen Kinder sind“ und „Harte Zeiten“ und habe das versucht mit anderen kreativen Musikern gemeinsam umzusetzen, nicht mit dem Team mit dem ich immer zusammenarbeite. Viele wissen, ich bin ja in die USA geflogen und wollte da neue kreative Köpfe in meine Komposition einfließen lassen um zu schauen wie würde man nach 20 Jahren die Dinge anpacken - und das ist unglaublich geil geworden.

Wie du gerade angesprochen hast, das neue Album hast du in Nashville/USA aufgenommen – ist das so ein großer Unterschied dazu, wenn du das in Österreich oder in Deutschland produziert hättest?

Es ist anders, die besten Musiker der Welt leben auch auf der Welt verteilt und ich arbeite schon lange mit amerikanischen Musikern via Internet zusammen. Das funktioniert in der heutigen Zeit ja super und ich kann mir ein optimales Team zusammenstellen. Der Bassist Jay DeMarcus von den Rascal Flatts hat zum Beispiel mitgearbeitet -  Rascal Flatts haben über 80 Mio. Platten verkauft und jeder der die Rock-Pop Branche etwas kennt weiß, dass das ein riesen Bassist ist, der da mitgearbeitet hat und er hat auch richtig geil gespielt, oder der Gitarrist ist zum Beispiel auch der Gitarrist von Rihanna. Das sind schon Kaliber, die haben ein Wahnsinns Feeling.

Nik P. über den Titel-Song „Da oben“

Mit dem Titel-Song „Da oben“ ist dir wieder eine absolute Meisterleistung gelungen – wann und wo gelingt es dir so tolle Lieder zu schreiben, was inspiriert dich?

Die Inspiration ist in diesem Fall von den Fans gekommen, ich habe so viel Post nach dem „Stern“ bekommen, wo die Leute mich immer wieder gefragt haben: „gibt´s auf den Stern irgendwas noch drauf?“ - irgendwas das auch zum Thema passt. Viele haben ja einen Stern geschenkt vor vielen Jahren aufgrund des Songs und haben dabei auch Beziehungen geknüpft. Und immer wieder bin ich in Briefen aufgefordert worden da noch was draufzuschreiben. Ich habe nachgedacht: was wollen die Fans da hören? Und ein Pärchen hat mich auf die Idee gebracht, weil sie erzählt haben, dass sie über 25 Jahre zusammen sind und der Stern ist ihr Lied, und dass sie das Lied immer wieder auch in schwierigen Situationen unterstützt hat – das hat mich inspiriert zu diesem Song „Da oben“. Zuerst wollte ich das gar nicht veröffentlichen, weil ja die Gefahr bestand, dass die Fans sagen, jetzt schreibt er schon wieder über den Stern, fällt ihm nichts anderes ein. Meine Freunde und meine Frau haben dann gesagt, wenn nicht du wer dann…

Gut dass du auf den Rat deiner Freunde und Frau gehört hast. So ein gefühlvolles, schönes Lied kann man aber nur schreiben, wenn man die „echte Liebe“ erfahren hat – ist das bei dir so?

Ja natürlich, ich glaube ich habe in meinem Leben alle Facetten des Gefühllebens durchgemacht, es war hart, schön, herzlich und habe auch viel Liebe aber auch das Gegenteil erfahren. Und wenn man all das mitgemacht hat, kann man darüber auch schreiben, ich schreibe ja alles autobiografisch. Ich versuche zu schreiben was mich bewegt und was mir hilft und Lieder zu schreiben, die mich in meinem Leben quasi auch ausmachen.

Auch bei „Da oben“ geht es um einen Stern – haben Sterne für dich eine ganz besondere Bedeutung?


Ja, auf alle Fälle! Nach dem Tod meiner Mutter habe ich immer gefragt wo ist sie jetzt und da hat es immer geheißen sie ist jetzt „da oben“ - und als Kind machte ich mir da sehr viele Gedanken, na was ist jetzt „da oben“? Und daher habe ich auch die Affinität zu den Sternen und immer wenn das Wetter passt sitze ich, gerne auch mit meiner Frau gemeinsam, und schaue in die Sterne.

„Geboren um dich zu lieben“ hast du deiner Frau gewidmet – schon der Titel spricht für sich – wie ist es zu diesem Song gekommen?

Auf diesem Album ist eben etwas ganz Besonderes, das ist die Version die ich so meiner Frau geschenkt habe, das war ihr Song, da wollte ich ihr damit Kraft geben in einer schwierigen persönlichen Zeit, die sie durchleben musste. Ich habe diese Nummer auf meinem Album „Löwenherz“ in einer schnelleren Version veröffentlicht, um auch dazu tanzen zu können. Die Ur-Version habe ich aber nie veröffentlicht, das sollte ein Geschenk für meine Frau bleiben. Und vor einiger Zeit hört sich meine Frau ihren Titel wieder an und sagte, die Version ist so schön, die ist gar nicht mit der auf „Löwenherz“ veröffentlichten Version vergleichbar, bei der Ur-Version spürt sie das Herz und das Besondere an dem Lied. Sie hat gesagt ich soll das doch für die Fans veröffentlichen, sie teilt es gerne mit den Fans, weil es auch etwas ganz Besonderes ist.

DJ Ötzi und Nik P. – es geht um Liebe die weitergegeben wird

Du hast den Titel auch mit DJ Ötzi veröffentlich – wie hat sich die neuerliche Zusammenarbeit von euch ergeben?

Gerry ist zu mir gekommen, er war bei einem Konzert in Salzburg zu Besuch und hat den Titel „Geboren um dich zu lieben“ gehört und ist gleich in der Pause in die Garderobe gekommen. Er hat gesagt, er hätte da eine Idee und will das privat bei einem gemeinsamen Essen besprechen. Meine erste Reaktion war: „das geht gar nicht“ – aber Gerry hat das richtig erkannt und mich überzeugt, es geht um Liebe die weitergegeben wird. Wenn wir allen Menschen mit Liebe begegnen würden wäre die Welt ein Stück besser. Und das ist für mich und für Gerry wichtig - diese Message auch nach außen weiter zu geben, und daher haben wir gesagt probieren wir damit ein Comeback, der Erfolg spricht ja für sich.

Sind weitere gemeinsame Projekte geplant?

Nein vorerst nicht, aber vielleicht ergibt sich ja wieder mal etwas Passendes.

Nik P.: Ich liebe die erdigen und rockigen Klänge

Das neue Album bietet auch Rock-Songs wie z.B. „Call on me“ – liebst du gerade diese Vielseitigkeit der Musik?

Ja, ich sowieso – ich liebe alle Stilrichtungen der Musik, du kannst mich daheim mal erwischen, dass ich Klassik anhöre, Mozart zum Beispiel. Ich liebe einfach Klänge, ich liebe Musik und Rock wie Queen oder ACDC. Im letzten Jahr war ich mit meinem Sohn gemeinsam beim ACDC-Konzert in Spielberg und seit dem ist mein Sohn, der 13 Jahre ist und Schlagzeug spielt, auch Fan von ACDC. Ich liebe die erdigen und rockigen Klänge, die vor allem auch lange Zeit überlebt haben, ich war übrigens auch ein riesen Fan der Beatles. Daher versuche ich auch bei meinen Alben immer wieder Ausflüge in die Rockszene wie bei „Call on me“ zu machen und ich habe dazu auch sehr viele positive Rückmeldungen von den Fans.

Nik P.: Schlager hat wieder an Aktualität gewonnen

Du bist seit 2 Jahrzehnten ein erfolgreicher Musiker - was hat sich deiner Meinung nach in dieser Zeit in der Musik-Szene geändert, außer dass du jetzt ein Superstar bist?

Es hat sich sehr viel verändert, der Schlager überhaupt! Ich bin froh, dass ich ein Vorreiter gewesen bin, der Schlager wie er jetzt von Künstlern vorgetragen wird war vor 10 Jahren noch undenkbar. Dass da Rockklänge drin sind, und dass der Schlager poppig arrangiert wird, das hätte es vor 10 Jahren noch gar nicht gegeben, der „Stern“ hat als erstes Rockklänge enthalten und heute wird der Schlager auf internationaler Ebene produziert. Auch die Herausforderungen an die Sänger ist größer als je, das begrüße ich sehr. Dadurch hat Schlager auch bei jungen Menschen wieder an Aktualität gewonnen, sie kommen gerne zu unseren Konzerten. Das hat sich sehr stark verändert in der Musik: das Publikum, die Qualität der Musik und auch das Interesse am Schlager hat sich zum Positiven verändert, Schlager ist im deutschen Sprachraum wieder zu einem Stück unserer Kultur geworden.

Quelle: SCHLAGERportal
Foto: Schlagerportal.com