18.03.2014 10:30:48

Peter Kraus: Sein Wunsch zum 75. Geburtstag

Peter Kraus
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Schlagerportal.com

 

Peter Kraus, der „deutsche Elvis“, feiert seinen 75. Geburtstag und sein 60. Bühnenjubiläum und geht in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch einmal auf große Abschiedstournee.  Wer kennt sie nicht, seine großen Evergreens, wie „Sugar Baby“ oder „Schwarze Rose Rosemarie“? Peter Kraus sorgt für volle Konzerthallen, lässt auch für die ältere Generation wieder ihre Jugend Revue passieren und ist mit 75 noch fit wie ein Turnschuh. Seine neue CD „Zeitensprung“ und seine Abschiedstournee versprechen bekannte Lieder von gestern und heute. Mit SCHLAGERportal.com sprach Peter Kraus über seine schwierigen Anfänge, die starke Frau an seiner Seite und seinen ganz großen Wunsch zum 75. Geburtstag.

 

Peter Kraus

Sänger, Schauspieler, Entertainer, Produzent- als was siehst du dich in erster Linie?

Ganz klar als Sänger und Entertainer, denn Sänger, die auf ihren Konzerten live singen, sind ohne Zweifel auch Entertainer.

Peter, 75 Jahre und kein bisschen leise. Dazu jetzt noch deine große Abschiedstournee „Das Beste kommt zum Schluss“. Was wohl alle deine Fans interessiert: Wie schaffst du es, so fit zu bleiben?

Da gibt’s viele Möglichkeiten. Ich musste vom Anfang meiner Karriere an auch immer körperlich in Aktion treten. Das bin halt ich und so habe ich auch meine Konzerte immer „gelebt“. Peter Kraus, der seine Musik von einem Stuhl aus interpretiert, das passt einfach nicht. Ich bin das auch meinem Image schuldig. Es gehört aber natürlich auch ein Leben lang viel Disziplin und persönlicher Wille dazu fit und beweglich zu bleiben, unsere Generation hat das noch als Tugend mit auf den Weg bekommen. Ich kann aber eh nicht lange ruhig sitzen. Außerdem sollte man die Natürlichkeit aus dem Privatleben mit auf die Bühne nehmen. Das Publikum spürt, ob es ernst genommen wird und ob man natürlich agiert, dem kann man nichts vormachen.

Du hast in den 60 zurückliegenden Jahren Hallen gefüllt und die Massen begeistert. Gehst du mit einem lachenden oder einem weinenden Auge von den großen Bühnen?

Das weiß ich nicht, weil ich noch nicht daran denken möchte. Ich will keine große Tournee mehr machen, da müssen wir uns nichts vormachen, es ist wahnsinnig anstrengend, so wie ich es mache. Habe mir in diesem Jahr auch erstmals einen Fahrer zugelegt. Bisher bin ich immer noch selbst zu den Konzerten gedüst. Auf alle Fälle werde ich keinen gefühlsduseligen Abschied nehmen. Es wird ein tolles Fest sein. Da hauen wir nochmal richtig aufs Blech.

 

Von meiner Musik war ich selbst nicht überzeugt

 

Als du angefangen hast „deutsche Rockmusik“ zu singen, warst du sicherlich nicht unumstritten. Warst du von Anfang an von dir und dieser, damals neuen Art der Musik, überzeugt?

Ich war von der Musik selber nicht überzeugt. Um das große Geld zu machen, war diese Musik einfach noch zu wild. Aber ich war überzeugt davon, dass Rock´n Roll als Lebensgefühl etwas ganz Wertvolles sein wird. Dass die Jugend sich abstrampelt vom Zeigefinger der Eltern und ihre eigene Musik braucht, das war mir wichtig. Es ging also weniger um die Musik, als um das „Selberhaben“. Mit Cover-Versionen damaliger Rockhits konntest du hier in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen.


Peter Kraus wird oft als „einzig wahrer deutscher Elvis“ verehrt. Wie siehst du das?

Er war sicherlich der Ideengeber. Seine Musik war einfacher zu spielen, drei Akkorde und gut war es. Er war kreativ, was sich schon allein in seinem ganzen Auftreten und seiner Kleidung zeigte. Der Beiname „deutscher Elvis“ war sicherlich ein guter Startschuss für mich und meine Karriere. Schwierig war es aber diesen Beinamen wieder los zu werden. Aber auch das ist mir gelungen, da hieß ich auf einmal „Schluckaufsänger“. Nicht zuletzt deshalb durfte ich Elvis aber auch nie kennenlernen. Mein Management war dagegen, da ich gerade erst durch Filme und ruhigere Musik das „Elvisimage“ losgeworden war. Ich hab immer gedacht, wir treffen uns mal, aber leider ist er viel zu früh gestorben.

Auch dein neues Album „Zeitensprung“ wird gerade veröffentlicht, in dem Lieder großer Kollegen, wie Udo Lindenberg oder Rosenstolz in die 50er-Jahre zurück gebeamt werden. Ein besonderes Album für dich? Wie kam es dazu?

Das ist ein ganz besonderes Album. Ich würde sagen, dass dies das beste Album meiner ganzen Karriere geworden ist. Meine Art zu singen und zu interpretieren, gemixt mit großen Hits lieber Kollegen, das ist eine super Sache. Das war wirklich die Idee meines Lebens. Danke an die Macher und die Produzenten von „The Baseballs“. Eine tolle Zusammenarbeit.

Wie dürfen wir uns in Zukunft deinen Ruhestand vorstellen, weiterhin mit dem Automobilrennsport als großes Hobby?

Auch da muss ich der Zeit Tribut zollen. Ich sehe mich eher im Oldtimer gemütlich durch die Berge schaukeln. Man wird reaktionsärmer. Aber es gibt doch auch noch andere Möglichkeiten: Wenn diese neue CD ein Hit wird, könnte ich doch jedes Jahr aktuelle Hits der jungen Leute covern (lacht). Also eins ist klar, wirklich zur Ruhe kommen und Sonnenblumen züchten, werde ich nicht.

In diesem Jahr bist du auch 45 Jahre mit deiner Ingrid verheiratet. Wie wichtig ist eine starke Frau an der Seite eines populären Mannes?

Immens wichtig. Ingrid ist eine Frau, die hinter mir steht, sich nicht ins Rampenlicht drängen will. Sie gibt mir Ruhe, Geborgenheit und Frieden als Gegenpol zum Geschäft. Sie ist außerdem ein sehr guter Kritiker. Wenn meine Songs und Konzerte fertig sind, nicht eher, bekommt auch Ingrid diese zu hören, genau wie sie auch das Publikum zu hören bekommt.

Auch dein Sohn macht Musik, im letzten Jahr wart ihr sogar zusammen auf Tournee. Bist du stolz auf ihn und was kann ein junger Sänger noch von einem alten Hasen lernen?

Er hat sicher viel gelernt. Das wichtigste, was er mitgenommen hat, ist einen richtigen Beruf zu erlernen. Habe ihm immer dazu geraten Musik zu machen, aber nicht hauptberuflich. Musik zu machen, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist sicherlich sehr schwer. Da muss man zur rechten Zeit am rechten Ort sein.

 

Peter Kraus: Sein Geburtstagswunsch zum 75er!

 

Was wünscht sich Peter Kraus zum 75.?

Ich bin so stolz auf die neue CD. Es wäre einfach toll, mit dieser CD nochmal die Hitparaden zu stürmen. Klar, ich fülle Hallen, auch ohne, dass ich in den Charts bin, aber noch einmal ganz oben in den Hitparaden zu sein, das wäre einfach toll.

Quelle: Schlagerportal.com/CK
Fotos: Schlagerportal.com