Vanessa Neigert: "Volare", VÖ: 12.10.2012

Sie ist jetzt kein Mädchen mehr – sie ist eine junge Frau. Eine strahlende 20-jährige mit dem Timbre einer ausgereiften Sängerin und der außergewöhnlichen Liebe zur Musik der 50er und 60er Jahre. Diese Liebe hat Vanessa Neigert von ihrer Großmutter, mit der sie alte Filme gesehen und die ihr vom Flair dieser Ära erzählt hat. Vanessa Neigert ist mit den Songklassikern aufgewachsen und lebt das Gefühl von damals mit romantischer Hingabe und einzigartiger Natürlichkeit. Nach Auftritten u.a. bei Carmen Nebel, Florian Silbereisen und im Fernsehgarten erscheint im Oktober bereits ihr drittes Album: „Volare“.

Vanessa Neigert wurde in Italien geboren. Eigentlich ein Zufall, denn die Eltern sind Hochseilartisten und reisen stetig durch die Welt. Ein abenteuerliches Leben: Vanessa besucht über hundert Schulen und ist oft nur ein paar Wochen lang in derselben Stadt – aber sie kommt wunderbar damit zurecht. Die meisten Kinder beneiden sie sogar um ihre Familie, die fest zusammenhält und in der man mit etwas weniger Regeln auskommt. Obwohl Vanessa eigentlich ständig singt und tanzt, geht sie einen geraden Weg, meistert ihre Schulzeit ohne größere Schwierigkeiten und geht davon aus, dass sie in den Beruf der Eltern einsteigen wird. Bis sie mit 16 einen Trailer für die TV-Show „Deutschland sucht den Superstar“ sieht. Begeistert überredet sie ihre Mutter sie zu begleiten und singt beherzt vor der Jury in ihrem ganz eigenen Stil. Lampenfieber ist die Artistentochter so gewöhnt, dass sie es nicht mal richtig wahrnimmt – stattdessen hat sie sofort ein „gutes Gefühl“. Sie behält recht: Mit ihrem exotischen Talent und ihrer authentischen Ausstrahlung landet sie ganz locker auf dem 6. Platz.


Sie selbst formuliert das ein wenig anders: „Ich habe um den 5. Platz gekämpft“ – Vanessa ist eine Kämpferin, eine Optimistin und eine ausgesprochene Frohnatur, der man die Lust am Gesang ansieht. „Ich mach es halt von Herzen gern und die Zuschauer merken das. Mir wird oft gesagt, dass die Leute es schön finden, dass ich so natürlich geblieben bin“, verrät sie stolz. Sie ist sich bewusst, dass nur wenige schaffen, was sie geschafft hat. 4 1/2 Jahre nach ihrer Teilnahme bei „DSDS“ ist sie – im Gegensatz zu manchen ihrer Mitstreiter ¬– noch im Geschäft. Und wie: Mit „Volare“ veröffentlicht die junge Frau mit dem ansteckenden Lachen bereits ihr drittes Album. Das Erste, so sagt sie selbst, war eher für die etwas älteren Fans gedacht. Auf „Mit 17 hat man noch Träume“ erkannte man hauptsächlich die Vanessa Neigert wieder, die man aus dem Fernsehen kannte. Was das Album nicht davon abgehalten hat, direkt in die deutschen Charts zu stürmen. Der Nachfolger, „Ich geb ‘ne Party“, schlug von der Songauswahl her einen größeren Bogen und ihr brandneues Album schließlich wird allen Generationen gefallen. „Ich möchte jedes Publikum ansprechen – von 1 bis 99. Ich möchte das Lachen von Kindern genauso hervorzaubern, wie das Lächeln von Oma und Opa“, sagt sie im Brustton der Überzeugung. „Und wenn dann alle zusammen einen Connie-Francis-Song singen, dann weiß ich, dass ich wirklich etwas geschafft habe.“

Bei allem steht ihre Familie hinter ihr und drückt ihr die Daumen. So wie ihr Verlobter Nando, der auf dem Videodreh zur ersten Single „Nel Blu Dipinto Di Blu (Volare)“ spontan einspringen konnte, ohne sich dafür umziehen zu müssen. Mit ‚Elvis-Frisur’ und perfektem Style steuerte er die Vespa, auf der Vanessa im Clip stilecht sitzt. Wieder ein Indiz dafür, dass ihre Liebe zum Genre, der Mode und der ganzen Ära echt ist. Fast könnte man meinen, sie hätte sich ihren Verlobten tatsächlich gebacken, so wie sie es in „Ich backe mir einen Mann“ besingt. Ein Lied, das eine musikalische Entwicklung einläutet, weil sie den Song zusammen mit ihrem Produzenten geschrieben hat und diesmal also nicht ausschließlich Coverversionen veröffentlicht. Gemeinsam mit Ivo Moring, der u.a. für DJ Ötzis „Ein Stern (der deinen Namen trägt)“ verantwortlich zeichnet, hat Vanessa ein Stück komponiert, das 100% zu ihr passt: „Natürlich hat Ivo großen Anteil daran. Die Arbeit mit ihm war eine Ehre für mich und wir haben uns super verstanden. Ich wusste vorher gar nicht, dass ein so moderner Sound so gut mit meinen anderen Songs harmoniert. Ich glaube, das Lied kann allen Freude machen: alt, jung – und mir selbst natürlich auch!“

Eigentlich hört Vanessa das ganze Album gerne, schließlich werden die Songs immer gemeinsam ausgesucht: Ein paar Vorschläge kommen vom Produzenten, einige aus ihrem Umfeld und ganz viele Ideen bringt sie selbst ein. Wenn man sie aber nach ihren Lieblingsliedern fragt, dann sind es ihre eigene Co-Komposition und „Nel Blu Dipinto Di Blu (Volare)“, das gleichzeitig auch der Titeltrack des Albums ist. „Die ganze Welt kennt dieses Lied – es macht einfach gute Laune, ich könnte es hundert Mal am Tag hören“ schwärmt Vanessa. Aber nicht nur ihr Enthusiasmus, sondern auch die Bandbreite überzeugen: ob das englische „Lollipop“, Hits wie „Ciao Ciao Bambina“, „Guten Morgen Schöne Welt“, „La La La“, „Marina“ oder ihre eigene Version des Paul-Anka-Goldies „Diana“ – Vanessa Neigert singt alles mühelos.

Ihre Großmutter ist leider nicht mehr da, um den Erfolg der Enkelin zu erleben, aber Vanessa ist sich sicher, dass „sie jeden Tag auf mich hinabschaut und ganz arg stolz auf mich ist.“ Sie lebt gewissermaßen den Traum der alten Dame, die vermutlich auch nicht gedacht hätte, dass die Musik ihrer Jugend heutzutage wieder so aktuell werden würde. Vanessa jedenfalls wird von Gleichaltrigen bewundert und bejubelt – auch für das Selbstbewusstsein, einfach zu leben, was sie mag. „Ich singe sogar im Supermarkt. Natürlich schauen mich die Menschen dann erst mal komisch an, aber das stört mich nicht. Warum soll ich nicht singen, wenn mir danach ist – ich bin halt ein fröhlicher Mensch“, lacht sie. Übrigens ist sie auch eine äußerst attraktive junge Dame geworden. Ohne dass sie ihre Gewohnheiten geändert hätte, hat sich der robuste Teenager endgültig in einen Schwan verwandelt. Sie schwimmt viel und ist oft in der Natur, isst aber nach wie vor für ihr Leben gern Süßes – sie ist eben immer noch Vanessa. Neben ihrem sehnlichsten Wunsch, noch einmal als Künstlerin auf der ‚DSDS-Bühne’ zu stehen, ist ihr größter Traum ein Auftritt bei „Wetten, dass..?“. Und optimistisch wie sie nun mal ist, hat sie mit ihrem Vater schon per Handschlag verabredet, dass sie ihn mitnimmt, wenn es soweit ist. Das Zeug dazu hat Vanessa – eventuell sogar schon mit ihrem neuen Album „Volare“. Und falls die große TV-Gala dieses Mal doch noch nicht anstünde, dann wäre das vielleicht sogar ein Glück – denn so eine junge Frau darf doch ruhig noch ein Weilchen träumen ...

Quelle: Vollkontakt/7daysmusic