30.07.2013 07:00:29

Peter Wackel: „Ich singe das, was im Alltag normal ist!“

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Hotmusic/Peter Wackel

 

Peter Wackel, dieser Mann verkörpert Mallorca-Feeling pur! Niemand, der beim Nennen seines Namens nicht sofort an Sommer, Sonne, Strand und den Ballermann denkt. „Scheiss Drauf, Mallorca ist nur einmal im Jahr“,  der neue Song von Peter Wackel, der ebenfalls dieses Feeling verkörpert. Zuletzt bei der „Schlagernacht auf Schalke“ sangen Tausende seiner Fans diesen Song aus vollem Herzen und lauter Kehle mit. Ein tolles Gänsehauterlebnis!

SCHLAGERportal.com hatte die Möglichkeit mit dem 35-jährigen Vollblutsänger fernab vom gewohnten Trubel zu reden. Heraus kam ein „sonniges“ Interview über die Entstehung von „Scheiss Drauf“, den Anspruch seiner Fans und einen Auftritt, der im wahrsten Sinne des Wortes „in die Hose ging“!

 

Peter Wackel

Peter, schön dass du dir ein wenig Zeit genommen hast für deine SCHLAGERportal.com-Leser. Dein neuer Song „Scheiss Drauf“ entwickelt sich deutschlandweit und auf Malle gerade zum Megapartyhit. Selbst wenn du schon nicht mehr auf der Bühne bist, singen die Fans deinen Ohrwurm einfach weiter. Wie kam es zu diesem Song?

Das Original „ Kerwa Olé“ kenne ich aus Bamberg von der Endlich Kerwa Band. Das ist ein regionaler Kulthit, der immer auf der Bamberger Sandkerwa (Kirmes) gespielt wird. Ich finde den Song super und er hat noch viel mehr Potential. Daher habe ich die Band gefragt, ob ich ihn umschreiben und aufpeppen darf, so dass er quasi Mallorca-tauglich wird. Die Bamberger Jungs fanden die Idee super und so ging es los: umtexten, ab ins Studio zu Xtreme Sound, am Song tüfteln und dann musste natürlich auch erst einmal die Werbetrommel gerührt und der Song bekannt gemacht werden. Das war insgesamt schon ein ganzes Stück Arbeit, aber es hat sich am Ende total gelohnt.

Deine zweite Heimat ist sicherlich mittlerweile Mallorca, der „Bierkönig“ und das „Oberbayern“ geworden. Was ist das Tolle daran dort Musik zu machen? Wie ist es dazu gekommen, dass du auf Mallorca regelmäßig für Partystimmung sorgst?

Ich habe vor mehr als 10 Jahren auf der Insel mit den Auftritten begonnen. Anfangs musste ich auch mehrmals vorsprechen, meinen Song vorstellen und zeigen, ob ich singen kann und auf der Bühne überhaupt was tauge. Ich habe mich scheinbar wacker geschlagen. Rückblickend verging die Zeit wie im Flug. Aber es ist nach wie vor super vor lauter gut gelaunten und total lockeren Urlaubern aufzutreten, die wirklich nur eins im Sinn haben: grenzenlosen Spaß erleben. Da geht selbst der biedere Anwalt aus sich heraus und tanzt auf dem Tisch – man vergisst seine Alltagssorgen und achtet nicht auf die örtliche Etikette, wenn man besonders laut mitsingt. Denn der Typ neben dir grölt ganz genau so laut wie du.

Nüchtern betrachtet, was glaubst du, wie schwer ist es auf Mallorca für Stimmung zu sorgen? Ist es vielleicht sogar einfacher hier in Deutschland auf Schützenfesten oder Volksfesten Party zu machen?

In beiden Fällen darf man nicht vergessen, dass die Leute einen gewissen Anspruch ans Feiern haben. Das Publikum auf Mallorca will genauso unterhalten werden wie in Deutschland. Da muss man immer 100 % geben und kann einen Auftritt nicht einfach so runter reißen, denn dann wirst Du auch von der Bühne gerissen. In Deutschland ist es außerdem regional abhängig, welche Hits man hören will. Das ist dann auf Mallorca wieder saisonabhängig, denn das Publikum wechselt auf der Insel z.B. zum Herbst hin. Also muss man sich immer auf die Leute einstellen, sie in die Show einbeziehen und mit ihnen zusammen feiern. Dann klappt es in Deutschland wie auch auf Mallorca. Aber momentan will ohnehin jeder nur „Scheiss Drauf“ hören.

Gibt es „DIE peinlichste Situation“ im Künstlerleben von Peter Wackel. Einfacher gesagt: gab´s einen Auftritt, der mal so richtig in die Hose gegangen ist?

Ja, es gab wirklich mal einen Auftritt, wo’s in die Hose ging – und zwar wörtlich genommen. Ich hatte eine ganz schlimme Lebensmittelvergiftung. Kaum auf der Veranstaltung angekommen, ging es los.... Einige Fans hatten mich schon kurz gesehen und ich war noch dazu Hauptact. Was sollte ich also tun? Die Rettungssanitäter wollten mich gar nicht singen lassen und standen mit der Trage direkt neben der Bühne um mich aufzufangen, wenn ich abklappen würde. Ich war einfach nur froh, dass ich mein Mikro festhalten und irgendwie Töne aus meinem Mund rausbringen konnte. Nur eines konnte ich eben nicht verhindern... Hat aber glücklicherweise niemand mitbekommen, aber in dem Augenblick wär’s mir wohl auch egal gewesen.


Wer dich auf der Bühne sieht, sieht einen gutaussehenden Mann, dem man den Spaß an der eigenen Musik und der Freude der Fans einfach hundertprozentig abnimmt. Kennst du überhaupt noch so etwas wie Lampenfieber?

Oh, erst einmal vielen Dank für das Kompliment! Klar, habe ich noch Lampenfieber oder vielleicht sollte man das als freudige Aufregung mit Herzklopfen bezeichnen. Zum Beispiel bevor ich auf eine große Stadionbühne gehe wie in der Frankfurter Commerzbank Arena, wo ich die Schlagernacht moderiert habe. Dann denkt man auch: „Oh man, hoffentlich geht alles glatt, hoffentlich stolpere ich nicht über eine Monitorbox und falle in den Bühnengraben.“  In dem Augenblick allerdings wo ich dann auf der Bühne stehe, ist alle Aufregung vergessen. Dann bin ich sozusagen in meinem Element und fühle mich wohl.

Was entgegnest du Neidern die dir sagen, dass diese Art von Musik und Lieder wie „Scheiß Drauf“, oder „Joana-du geile Sau“ wohl nur mit „besoffenen Kopf“ anzuhören seien?

Die sollten vielleicht lieber selbst einen Schluck trinken, bevor sie so etwas sagen. Ich habe viele Fans, die keinen Schluck Alkohol trinken, also wäre ich da vorsichtig mit solchen Behauptungen. Diese Musik ist immer eine Frage des Geschmacks und auch der Umstände wie Party, Urlaub, Umgebung, Anlass etc. ... Und bei entsprechenden Umständen wird auch getrunken. Und dann löst sich die eher verklemmte und schüchterne Zunge und singt zu Liedern, die sonst vielleicht nicht unbedingt gesungen werden. Es ist ja nun mal vor allem Partymusik und kein Klassikkonzert.

Man kann sicherlich sagen, dass du polarisierst. Macht dir vielleicht gerade das sogar ein bisschen Spaß?

Ich glaube, dass ich mit meiner Musik noch am wenigsten in der Branche polarisiere: ich habe sowohl derbere Songs im Repertoire, wie auch schöne Discofox-Titel. Die Lieder gehen nicht unter die tiefste Gürtellinie – ich singe das, was im Alltag normal ist. Wie oft sagt man „Ach, scheiß drauf“, wenn mal irgendwas nicht klappt oder nicht so ist, wie man es sich vorstellt! Ich gehe auch auf keine Barrikaden mit meinen Songs – ich mache einfach nur Partymusik. Und die ist eben Geschmackssache.

Peter Wackel

Im September 2012 hast du die "Peter Wackels Partywelt" in Baiersdorf eröffnet. Was erwartet deine Fans hier?

Meine Partywelt ist Fanshop, Museum, Partytreff, der einzige offizielle Bierkönigshop und Showbühne in einem. Er ist Anlaufpunkt sowohl für meine Fans als auch für mich selbst. Hier kann man Fan-Artikel wie Shirts, Bettwäsche, Tassen, Gürtel, Brillen und vieles mehr direkt vor Ort ansehen, anprobieren und erwerben. Außerdem habe ich so viele Fotos, Plakate, Fan Geschenke, Videos aus über 15 Jahren Karriere angesammelt. Das wollte ich einfach nicht in der Ecke verstauben lassen und erst zeigen, wenn ich selbst einmal verstaubt bin.  Und ich nutze die Partywelt für Song-Premieren, exklusive Fantreffen und Feierlichkeiten wie Wackel-Fasching usw... Und Partyreisen24 ist auch vor Ort, man kann also seine Reise buchen und sich danach noch schnell mit einem Fan Shirt oder CDs eindecken – übrigens nicht nur von mir, sondern auch von Künstlerfreunden wie Schäfer Heinrich, Mickie Krause u.v.m..

Wie dürfen wir uns den „privaten“ Peter Wackel vorstellen- fernab vom „Oberbayern“ oder Festzelt? Bleibt noch Zeit für ein Hobby?

Ich habe ganz viele Hobbys, nur die Zeit reicht kaum dazu. Die Tage sind irgendwie immer zu kurz und ich habe tausend Wackel-Ideen, die ich am liebsten sofort umsetzen würde. Aber man muss auch manchmal abschalten. Das kann ich ganz gut im Urlaub oder seit wenigen Jahren auch beim Golfen. Allerdings bin ich nicht der Typ, der tagelang in der Sonne am Pool liegt, ich brauche doch immer ein bisschen Action.

Danke für deine Offenheit und den Spaß, den du uns mit deinen Liedern bereitest. SCHLAGERportal.com wünscht dir einen tollen Sommer auf Malle und weiterhin alles Gute für deine musikalische Zukunft!

Ich wünsche Euch einen tollen Schlager- und Party-Sommer mit hoffentlich viel Sonne und vielen tollen Erlebnissen. Und sollte der Urlaub noch nicht in Sicht sein und der Job mal wieder nerven: Scheiss Drauf!

Quelle: Schlagerportal.com/CK
Fotos: Hotmusic/Peter Wackel