Höhner: Viva Colonia gibt es in 9 Sprachen!

Höhner, Henning Krautmacher
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Die Höhner sind DIE Kölner Kultband und fixer Bestandteil beim Karneval. Mit „Steh auf mach Laut“, „Die Karawane zieht weiter“, „Dicke Mädchen haben schöne Namen“ oder „Die längste Karnevalsingle der Welt“ haben die Höhner die perfekten Hits für jede Karnevals-Feier. SCHLAGERportal hat Frontmann der Höhner - Henning Krautmachen - getroffen und mit ihm über das Erfolgsgeheimnis der Höhner, ihre Fans und darüber gesprochen, wie sie immer die perfekte Stimmung schaffen.

 

Höhner

Die Höhner behaupten sich seit über 40 Jahren am Musik-Markt, was ist euer Erfolgsgeheimnis?

Respekt! In so vielen Jahren Bandgefüge muss man eines lernen: Teamgeist und auch mal die Faust in der Tasche zu machen. Wir sagen von uns selber, dass wir „ein scheiss demokratischer Haufen“ sind. Weil Demokratie ist manches Mal ganz, ganz schwer zu leben, aber wir sind eben durch und durch Demokraten und müssen eben auch die Meinung anderer akzeptieren. Wenn man das lange genug macht, dann lernt man das auch und dann funktioniert es auch. Es gibt nicht so viele Bands die das schaffen, aber es gibt sogar welche, die haben es länger geschafft wie wir – z.B. die Rolling Stones die gibt es schon seit über 50 Jahren.

Die Höhner haben sehr viele erfolgreiche Hits, doch Viva Colonia kennt von Nord bis Süd von Groß bis Klein jeder – kannst du mir sagen warum?

Viva Colonia ist ein Song mit dem wir unseren Gefühlszustand was unserer Heimatstadt angeht beschrieben haben, da hätten wir im Traum nicht daran gedacht, weil wir ja nur eine Gefühlsbeschreibung machen, dass der Song sich so entwickelt. Ich glaube es liegt daran, dass die Leute das WIR-Gefühl, das wir darin beschreiben und wir diesen Augenblick leben, verstanden haben. Das Tolle daran ist, und hier kann man wirklich davon sprechen, dass man einen Hit hat, weil er inzwischen in 9 verschiedene Sprachen übersetzt worden ist. Es gibt eine polnische Version, Viva Polonia, es gibt eine dänische, es gibt eine englische Version – we are Englandia, eine Spanische, eine Portugiesische, eine Südafrikanische, eine Chinesische und sogar eine Bayrische. Das ist schon ein unglaubliches Gefühl, weil diese Nummer nicht von uns in diese Länder getragen worden ist, sondern wir sind gefragt worden: dürfen wir das covern. Das macht natürlich mächtig stolz und so einen Erfolg wünscht man sich alle Jahre, aber ich glaube wenn der alle Jahre eintreten würde, dann würde man den Einzelerfolg gar nicht mehr so zu schätzen wissen. Deswegen sind wir eigentlich sehr glücklich, dass wir so zwei, drei absolute Highlights haben und so ein paar Songs die dann mittelprächtig mitlaufen. Das soll jetzt aber keine Klage sein, wir sind mit unseren Erfolgen sehr, sehr glücklich und hoffen dass wir das noch ganz, ganz lange machen dürfen.

 

Höhner dürfen auf keiner Karnevals-Bühne fehlen!

 


„Steh auf mach laut“ - hat der Song deiner Meinung nach bei der Fußball-Weltmeisterschaft im letzten Jahr auch zum vierten Stern von Deutschland beigetragen?

Ich weiß es nicht ob dieser Song jetzt dazu beigetragen hat, dass Deutschland wieder Fußballweltmeister geworden ist. Wir sind nur mit dem Bewusstsein angetreten, dass wir es ja schon Mal geschafft haben. Die Jungs haben es jedenfalls wahrgenommen und das alleine genügt mir. Dass die amtierenden Weltmeister den Song kennen und wir Gelegenheit hatten am Brandenburger Tor, als sie in Berlin eingeflogen sind, jedem einzelnen die Hand schütteln durften und jedem dem Song überreichen durften in Form eines kleinen Lautsprechers und alle haben sich brav bedankt. Die Burschen sind alles großartige Männer, könnten ja alles unsere Söhne sein, allen voran Lukas Podolski, der sich da auch als echter Kölner gezeigt hat. Das war großartig, das werden wir nie vergessen, das verbinden wir für alle Ewigkeit mit diesem Lied.

Die Höhner sind absolute Stimmungsgaranten – wie schafft ihr das immer?

Indem man sein Publikum ernst nimmt. Wir haben, da wo wir das gelernt haben nämlich auf der Karnevalsbühne für Stimmung zu sorgen, früher deutlich mehr Auftritte am Abend gemacht, da waren wir auch jünger. Heute machen wir weniger Auftritte, weil wir diesen Respekt vor unserem Publikum haben und sagen: jeder der die Höhner sehen will, weil sie auf dem Plakat stehen, hat das Recht darauf eine nicht geschwächte Band, sondern eine Band zu erleben die voll im Saft steht, die alles gibt. Und das kann man nach dem 7., 8. Mal nicht mehr, wenn man die 50 überschritten hat. Also machen wir ein paar Auftritte weniger und geben dem ersten Publikum genauso viel wie dem letzten Publikum.

 

Höhner

 

Höhner machen Laut im Circus Roncalli

 

Die Höhner haben eine enge Verbindung zum Circus Roncalli – wie hat sich das ergeben?

In Künstlerkreisen gibt es einen geflügelten Satz, wenn man sich trifft und findet sich gegenseitig gut, dann sagt man: ´Mensch wir müssen unbedingt mal was zusammen machen´. So geschehen vor mehr als 30 Jahren, als der Circus Roncalli in den Kinderschuhen steckte und die Höhner auch noch in den Anfängen waren. Da haben wir dann lange Jahre gebraucht bis sich der Spruch dann endlich bewahrheitet hat. Dann haben wir uns mit dem Bernhard Paul zusammen gesetzt und gesagt jetzt machen wir es und haben eine völlig neue Zirkus-Show erfunden, eine etwas lautere und buntere Zirkus-Show als die, die man erlebt, wenn man in den Circus Roncalli alleine geht. Geboren war die Rockin Roncalli Show, mit Artisten aus dem Circus Roncalli, der Zirkus-Kapelle Höhner, aber und da ist das Crossover zu suchen, die Höhner finden auch in der Manege statt. Das heißt die Artisten bauen uns in ihre Darbietung ein und wir schreiben extra Songs für die Artisten. Die Shows laufen immer so 2 – 3 Jahre hintereinander in unterschiedlichen Städten. 2 – 3 Städte schaffen wir pro Jahr, mit ´Sternzeiten´ sind wir heuer in Leverkusen und Koblenz.

Wie nahe kommen die Höhner eigentlich ihren Fans?

Es gibt gewissen Rituale nach Höhner Konzerten! Ich weiß, dass das nicht alle Kollegen machen und ich weiß, dass das auch nicht alle Kollegen machen können - vom Status her, aber wir empfinden uns immer noch als sehr volksnahe Kapelle und treffen uns nach jedem Konzert im Foyer mit den Menschen. Weil es gibt keine bessere Gelegenheit mit Menschen darüber zu reden wie es ihnen gefallen hat und ob es vielleicht auch noch Kritik gibt oder Punkte die man vielleicht beim nächsten Mal verbessern könnte. Das hat sich in den vielen Jahren bei uns bewährt und das halten wir wo immer es möglich ist auch bei.

Quelle: Schlagerportal
Fotos: Schlagerportal.com
Autorin: Astrid Haberfellner