27.08.2019 16:28:04

Marc Pircher: Es ist in mir drin ein Perfektionist zu sein! 

Marc Pircher
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„Hörst du mein Herz“ heißt das aktuelle Album von Marc Pircher, das vor kurzem erschienen ist. Das neue Album des erfolgreichen Zillertalers überrascht mit neuen Sounds, dennoch ist es typisch Marc Pircher. Warum die Titelauswahl gar nicht so einfach war, welche Herausforderungen auf die Musiker in der heutigen Zeit warten und wie sich Marc Pircher fit hält - darüber hat er SCHLAGERportal im persönlichen Gespräch erzählt.

Wunderschöne Lieder sind auf deinem neuen Album „Hörst du mein Herz“  zu finden - wie entscheidest du welcher Titel es auf ein Album bei dir schafft?

Ich mache mich dabei teilweise selbst fast ein wenig fertig, weil ich das extrem betreibe. Bis ich die CD freigebe, bis mir der Sound passt ist schon eine Spur übertrieben, das weis ich selbst aber es ist in mir drin ein Perfektionist zu sein. Ab und zu kann man auch etwas übertreiben, aber grundsätzlich probiere ich mich immer ins Publikum rein zu fühlen, im Endeffekt entscheidet das aber mein Bauch.

Marc Pircher: „Mein schönstes Lied“

Gibt es auf dem neuen Album ein Lied das dir besonders am Herzen liegt, was quasi das Lieblingslied des Marc Pircher ist?

Ja, „Mein schönstes Lied“ – das hat ein Deutscher geschrieben und nach einer Minute anhören, habe ich gewusst, dieses Lied nehme ich auf. Es ist für mich eine deutsche Antwort auf das „Perfect“ von Ed Scheeran. Es ist wunderschön und ich glaube, dass „Mein schönstes Lied“ verliebte Menschen sehr berühren kann.

Künstler müssen mit der Zeit gehen ohne die Wurzeln zu verlieren

Wie schwierig ist es eigentlich mit der Zeit zu gehen und im Trend zu bleiben, ohne dabei  aber seine Wurzeln zu verlassen?

Viele Gruppen versuchen einen modernen Touch reinzubringen, ein paar schaffen es besser und ein paar schaffen es überhaupt nicht. Unterm Strich ist es beruhigend zu hören, das dieses „Problem“ alle haben -  den Spagat zu schaffen mit der Zeit zu gehen und trotzdem die Wurzeln nicht zu verlieren. Mir ist es beim Titel „Mit dir für immer wach“ super gelungen, weil da ist die Steirische drin und das bin typisch ich und trotzdem ist es vom Sound her völlig fremd. Es ist ein Dance-Rhythmus und wenn man es zum ersten Mal hört, kann man vom Rhythmus her gar nicht glauben, dass das ich bin. Aber das ist genau das Schöne an unserer Musik, dass diese Herausforderung alle Künstler annehmen müssen.

Marc Pircher war der erste Musikschüler im Zillertal auf einer Steirischen

Die Steirische Harmonika ist eines deiner Markenzeichen – wie bist du zum Harmonika spielen gekommen?


Mein Vater hat für die Hausgäste zuhause ein wenig gespielt und konnte ein paar Lieder. Dabei hat er mein Interesse gesehen als ich so vier oder fünf Jahre alt war und er hat mir seine Lieder gelernt und dann hat er in der Zillertaler Musikschule durchgesetzt, dass ich Steirische lernen konnte - weil bis dorthin hat es dieses Instrument bei uns in der Musikschule gar nicht gegeben, sondern nur Akkordeon. Und da hat die Musikschule extra einen Lehrer engagiert, damit sie mich und noch einen gleichaltrigen Buben von unserem Ort unterrichten konnten. Wir waren eben die ersten 2 auf der Steirischen und jetzt 35 Jahre später waren es insgesamt über 2.000 Kinder im Zillertal, die das Instrument Steirische gelernt haben.

Du bist seit über 2 Jahrzehnten im Musik-Business erfolgreich – was hat sich in dieser Zeit alles in der Musik-Szene verändert?

Es ist wirklich krass, die Musikbranche hat sich in den letzten 8 bis 10 Jahren mehr verändert wie die 30 Jahre davor. Das ist hart – Downloads und das Streamen haben viel verändert, bin gespannt wie das weitergeht, wenn man wirklich irgendwann keine CD mehr in der Hand halten kann. Ich bin jetzt 41 und habe noch nie ein Lied gestreamt oder downgeloadet, ich bin noch einer von denen, die die CD in der Hand halten wollen – ich glaube die 50- oder 60-Jährigen erst Recht - das Physische sollte man nicht ganz vergessen.

Du bist mehrfacher Familien-Vater – wie wichtig ist dir deine Familie?

Ich habe mich ja gerade im Sommer 2018 von meiner Frau getrennt und wir haben mittlerweile die Scheidung  durch. Ich bin aber sehr froh, dass ich es schaffe zu meinen Mädels Kontakt zu haben.

Würdest du deine Kinder beim Wunsch nach einer Karriere im Musik-Business unterstützen?

Unterstützen würde ich sie schon aber nicht dazu zwingen, weil es gibt ganz viele Eltern die mit ihren Kindern irgendetwas erreichen wollen, was sie selbst nicht erreicht haben. Mir passiert das oft, dass mir Buben vorgestellt werden, die eine Steirische haben und die Buben wollen gar nicht wirklich sondern nur der Vater. Da werde ich fast narrisch, ich sag dann immer lass den Buben oder das Dirndl selbst entscheiden was er oder sie will.

Marc Pircher ist eine Wasserratte

Das Leben als Musiker ist sehr anstrengend – wie entspannst du dich?

Dadurch, dass ich etwas weniger Auftritte spiele, ist jetzt etwas mehr Zeit zum Entspannen und ich bin viel in der frischen Luft, gehe zu Fuß und gehe Radfahren oder Schwimmen und bin teilweise am Tag 4 oder 5 Mal im See weil mir das wahnsinnig viel gibt, ich bin ja eine totale Wasserratte.

Autor: SCHLAGERportal
Foto: SCHLAGERportal.com

 

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