Schlagerzelt

28.08.2013 07:00:09

voXXclub: Wir sind ein Haufen bunter Vögel!

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voXXclub: Diese „Boygroup“ der Volksmusik ist einfach nicht zu bremsen. Ihre Hits wie „Rock mi“ oder „Juchee auf der hohen Alm“ gehen einfach ins Blut und von dort aus direkt in die Beine. Tanzen und gute Laune sind angesagt, wenn die sechs Jungs einer Münchner Studenten-WG ihr allerbestes auf der Bühne geben.

Ihre a-capella-Versionen von „Sierra Madre„ oder „Wir geh´n no lang net ins Bett“ sind mittlerweile legendär. Aber voXXclub kann auch anders: beim „Sommerfest in Österreich“ präsentierte sich die poppige Band von einer ganz anderen Seite: zusammen mit Annemieke van Dam und Florian Silbereisen gaben sie die Ballade „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ zum Besten. Ein musikalischer Hochgenuss. SCHLAGERportal.com sprach mit voxxclub über traditionelle Volksmusik, VolXspop Lampenfieber und ihre Fans.

 

voxxclub, Florian Silbereisen, Annemieke van Dam

Liebe voXXcluber, viele bezeichnen euch als „Boygroup der Volksmusik“. Passt euch das oder seht ihr das anders?

Michi: Wilder Haufen von bunten Vögeln trifft's wahrscheinlich besser! Da Männergesangsverein heute keiner mehr versteht, kann man bei Boy-Group der Volksmusik ja gern das ein oder andere Hühnerauge zudrücken ;-) Die Spice Girls sind wir jedenfalls nicht - so viel steht fest.

Flo: Ob wir nun eine Boygroup sind, ein Sextett, ein Männergesangsverein oder einfach nur ein Haufen Chaoten, das darf jeder sehen wie er es will. Wir möchten schließlich die Grenzen der Genres sprengen und zeigen, dass Musik aus jedem Bereich Spaß machen kann.

Eure Hits wie „Rock mi“ oder „Solang die Glocken läuten“ gehen sofort ins Tanzbein. Was bedeutet euch euer erstes Album? In wie weit ward ihr in der Songauswahl involviert?

Stefan: Jeder von uns hat eine Liste mit Songvorschlägen gemacht, die einzelnen Listen wurden dann zusammengefügt und so entstand eine lange Liste. Davon haben wir dann alle zusammen die Songs, die jetzt auf dem Album sind, ausgewählt. Wir waren also durchaus involviert. Was schließlich aus unserer langen, kreativen und spaßigen Zeit im Studio entstanden ist, ist für mich ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist! Früher hätte ich nie daran zu denken gewagt, dass ich mal als Sänger einer a-cappella-Gruppe ein Album aufnehmen werde, heute ist es Tatsache. Einfach nur genial! Ich bin auch schon ein bisschen stolz drauf;-)

Michi: Das eigene Album schlussendlich blau auf weiß in den Händen zu spüren, war und ist immer wieder ein tolles Gefühl. Es dann noch im Musikladen um die Ecke oder auf diversen Musikdownloadportalen zu erspähen ist dann noch die Krönung. Die viele Arbeit und Geduld - liebe Grüße hierzu an meine Eltern und sämtliche belästigte Nachbarn (ein übender Sänger ist kein Geschenk des Himmels) - hat sich somit ausgezahlt. Die Vorstellung, dass Menschen in den Laden gehen, deine Musik kaufen - und wir diesen auch noch Freude damit bereiten können - ist toll. Die Auswahl der Songs kann man sich ungefähr so wie die morgendliche Entscheidung, welches T-Shirt man anziehen soll, vorstellen. Nur, dass da noch mindestens 5 andere Querköpfe ihren Senf dazu geben! Nach etlichen Stammtischrunden haben wir uns dann mehr oder weniger einstimmig für die Lieder von Alpin entschieden. Halleluja!

Bini: Mir persönlich bedeutet das erste Album sehr viel! Es ist unser Aushängeschild in dem viel Liebe drin steckt! Außerdem habe ich sehr lustige Studiotage in Erinnerung. Die Auswahl der Titel war nicht ganz einfach - jeder wollte seinen Senf dazugeben und letztendlich wurde fein aussortiert und demokratisch abgestimmt.

Auch bekannte Hits wie "Rosamunde" oder "Sierra Madre" sind auf eurem Album zu finden. Was bedeutet es euch diese „Juwelen“ der Volksmusik singen zu dürfen?

Julian: Tränen in den Augen ist nicht selten bei mir, wenn tausende Menschen zu einem gewaltigen Chor werden bei Klassikern wie diesen. Das hat einen ganz besonderen Reiz und Magie.

Flo: Wir wollen die Musik machen, die uns gefällt in einem eigenen Stil, der uns gefällt. "Rosamunde" ist auf der CD ja eher im Stil der Comedian Harmonists und daher ein spannendes Arrangement. Es passiert viel in der Nummer und ich denke es dürfte auch Einiges davon überraschen. So macht es einfach Spaß diese Nummer zu hören. Bei Sierra Madre haben wir versucht die Größe und den Pathos der Nummer beizubehalten. Wir merken an unseren Live-Auftritten, dass dies eine gute Entscheidung war, da immer alles ziemlich schnell anfängt mitzusingen. Und wer einmal mit 20.000 Menschen gemeinsam Sierra Madre gesungen hat weiß, wie schön Musik sein kann.

Ihr habt in eurer Studenten-WG damals mit dem Singen begonnen. Wollte einer eurer Freunde den Heimweg antreten, wurde „Wir geh´n no lang net ins Bett“ angestimmt. Damals noch laut, aber nicht…. Wie dürfen wir uns solch einen Abend vorstellen?

Stefan: Hehe, da verrate ich besser nicht zu viel ;-) Nein, wir sind einfach ´ne super Truppe, die schon damals Spaß am Leben und an der Musik hatte. An diesen Abenden ist natürlich schon das eine oder andere Bier geflossen. Dass wir alle schon länger befreundet sind, macht`s natürlich noch einfacher. Es ist einfach unglaublich toll, mit 5 Freunden auf der Bühne zu stehen, gemeinsam Musik zu machen und Spaß zu haben!

Michi: Da die Erinnerung eher einem Schweizer Käse als einem Bilderbuch ähnelt, fällt es schwer detaillierte Drehbücher besagter Abende zu liefern. Doch zwischen den Erinnerungslücken bleibt eines: viel Spaß mit guten Freunden!

Bini: Da ihr die korrekte Antwort auf diese Frage, nur als Zensur sagen könntet, sag ich einfach mal, das feiern war zu intensiv zum Töne treffen!


Wie kam euch der Gedanke eure Musik professionell zu vermarkten und den Schritt auf die Bühne zu wagen?

Stefan: Martin Simma, unser jetziger Manager und Produzent, ist schon länger mit Michi befreundet. Eines Abends war er bei einer dieser berüchtigten WG-Partys dabei und hat uns singen hören. Offenbar war er sehr angetan von unserem Gesinge ;-) Daraus ist die Idee entstanden, uns professionell zu vermarkten.

Michi: Das ist unseren jugendlichen Leichtsinn und vor allem der Initiative von Martin Simma zuzuschreiben. Er war es, der uns den Floh ins Ohr gesetzt hat und meinte: "Zum Schutze der bemitleidungswürdigen Nachbarn, bitte beschallt die Bühnen und nicht das Wohnhaus!" Martins Initiative und Durchhaltevermögen ist es zu verdanken, dass voXXclub heute nicht mehr nur im Kämmerchen dahinträllert - vielen Dank Martin für dein Engagement!

Habt ihr heute nach unzähligen Auftritten noch Lampenfieber?

Flo: Na klar, die größte Angst ist doch immer, dass das, was man da auf der Bühne so macht, bei den Leuten nicht ankommt. Unser Publikum ist jedes Mal ein anderes. Also gilt es, unser Publikum jedes Mal aufs Neue zu erobern. Dies ist uns bisher zum Glück immer gelungen und damit das auch so bleibt, ist weiterhin viel Arbeit angesagt und natürlich auch Lampenfieber. Der Moment auf der Bühne, an dem man merkt, den Leuten gefällt, was du da machst, ist dann wie abheben. Alle Ängste lösen sich und man beginnt zu fliegen.

2014 geht’s mit dem „Fest der Feste“ auf große Tournee. Florian Silbereisen und DJ Ötzi werden euch begleiten. Auf was freut ihr euch dabei am meisten? Auf was dürfen sich die Zuschauer freuen?

Stefan: Ich freue mich einfach nur, dass wir mit diesen beiden tollen Entertainern gemeinsam auf der Bühne stehen dürfen. Wir werden bestimmt auch gemeinsam ein, zwei Nummern singen. Was wir genau machen werden, weiß ich auch noch nicht, ich kann nur so viel sagen, dass wir bestimmt alle Hebel ziehen werden, den Zuschauern eine tolle Show zu bieten. Was die Zuschauer auf jeden Fall erwarten dürfen, ist ein voXXclub der Spaß haben wird zu musizieren, auf der Bühne zu stehen und mit den Zuschauern Stimmung zu machen.

Julian: Ich mag das Herumreisen: Heute hier, morgen da. Darauf freue ich mich besonders. Viele neue Menschen kennenlernen, Städte entdecken und natürlich auf viel Musik! Die Jungs haben auf einer der letzten Veranstaltungen angefangen, Kleidungsstücke von mir für erfolgreiches Bestehen diverser Aufgaben des Publikums, wegzurationalisieren. Bisher musste ich nur das T-Shirt lassen. Vielleicht ist das ja ein Ansporn? (lacht)

Was bedeutet euch Volksmusik und was sagt ihr denen, die euch in Zeiten von Rap, House oder Techno, nur belächeln?

Stefan: Ich habe, seit ich fünf Jahre alt war, im Knabenchor gesungen. Unser Repertoire war unter anderem auch Volksmusik aus verschiedenen Ländern. Ich bin also schon früh mit Volksmusik in Berührung gekommen. Wir machen zwar mit voXXclub traditionelle Volksmusik, haben die Songs aber auf unsere Art, moderner arrangiert. Bei uns gibt es auch Rap, Techno-Beat usw. deswegen nennen wir unsere Musik auch VolXspop. Gerade diese Kombination von Tradition und neuen Elementen finde ich ja so super. Deswegen hören sich auch viele Menschen unsere Musik an, die eigentlich mit traditioneller Volksmusik nicht so viel anfangen können.

Michi: Erstens ist Lachen gesund! Also Gratulation an alle, die das schon erfahren durften und umsetzen! Und bis jetzt wurde ich noch von niemand für unsere Musik abwertend belächelt, was mich unglaublich in allen neuen Vorhaben bestärkt! Unsere Altersbeschränkung ist ja offiziell von 0 bis 99 Jahre definiert- in diesem Rahmen kamen bis dato nur supertolle Rückmeldungen und Lob an uns zurück- einfach klasse! Danke an alle, die uns unterstützen!
 
Julian: Ist nicht jedes Genre für sich, die Volksmusik derer, die sie hören? Auf meinem iPod läuft genauso Eminem wie Robin Thicke, wie Diana Damrau, wie Helene Fischer, wie voXXclub. Für jede Stimmungslage etwas. Beim Work-Out darf es gerne härter sein, abends gibt`s auch mal Buddha Bar etc. etc. Ich wünsche mir, dass sich die Leute einfach guter Musik öffnen und Grenzen verschwinden und vielleicht tragen wir ja auch einen Teil dazu bei. Das wäre schön.

Bini: Egal für welche Musik man sich entscheidet - es gibt immer Leute, die einen belächeln! Wir sechs Junx kommen aber von beiden Seiten. Der Eine von uns war in einer Blaskapelle, der Andere im Kinderchor, Jodelverein oder hat intensiv Hausmusik betrieben! Aber wir hören und singen genau so viel Pop, Rock, Hiphop, Funk und Soul! In unserer Musik versuchen wir auch beide Seiten, konservativ und modern, unter einen Hut zu bringen.

Ein Ausflug in die Klassik und die Sparte Musical sind euch im letzten Fest bei Florian Silbereisen absolut gelungen. Eure Version von „Ich gehör nur mir“ hatte absolut Gänsehaut-Charakter, dürfen sich eure Fans in Zukunft des Öfteren auf solche Ausflüge freuen?

Stefan: Ich hoffe es sehr! Es wird bestimmt immer wieder die Möglichkeit geben, uns in anderen Musiksparten zu präsentieren. Die Musicalsparte ist für uns natürlich naheliegend, da wir allesamt eine Musicalausbildung haben und schon jahrelange Musicalerfahrung mitbringen. Ich sehe unsere ausbildungsbedingte musikalische Vielseitigkeit sowieso als großen Vorteil an. Mal sehen, in welche Musiksparten es uns noch treibt. Ich persönlich bin auf jeden Fall offen für jegliche Musikrichtungen und mit großem Spaß dabei, wenn`s mal wieder was anderes sein soll.

Michi: Ich denke voXXclub ist insgesamt eine Abenteuerreise, ohne festes Ziel aber mit vielen neu zu entdeckenden Landschaften und Ozeanen! Wir laden alle Clubmitglieder ein zu diesem Höllentrip!! Auf geht's!

Was bedeuten euch eure Fans?

Julian: UNFASSBAR. Ich finde es immer noch unwirklich, wenn jemand ein Autogramm von mir möchte oder mich auf der Straße erkennt und ein Foto macht. Ich freue mich sehr darüber, also nur zu ;-) Danke Euch, ihr seid die BESTEN!

Bini: Was ist ein Künstler, ohne sein Publikum? Nichts! Bei dieser Gelegenheit, möchte ich ein riesen Dankeschön an all unsere Fans sagen! Und 1000 Dank für Eure Unterstützung!

Flo: Unsere Fans sind toll. In der kurzen Zeit seit unserer Albumveröffentlichung haben wir schon sage und schreibe über 52.000 Fans auf unserer Facebook-Seite. Davon sogar einige aus Amerika. Die Alterspanne ist von jung bis alt gleichermaßen vertreten und viele von ihnen sind sehr kommunikationsfreudig, was natürlich toll ist, da wir so in regem Kontakt stehen mit den Fans. Wir versuchen wirklich auf alle Anfragen und Nachrichten selbst zu antworten. Es ist auch unglaublich, wie viele Fans uns zu unseren Auftritten folgen und mit uns feiern. Es macht unglaublich Spaß und dafür kann man nicht oft genug „Danke“ sagen.

Quelle: Schlagerportal.com/CK
Fotos: Schlagerportal.com