14. Nov. 2016

Seer: „Heimat ist momentan ein sehr strapazierter Begriff!“

Seer
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Schlagerportal.com

Die Seer begeistern ihre Fans nun schon seit über 20 Jahren. Seither regnete es Auszeichnungen und Preise und auch die Konzerte der Seer sind kurz nach erscheinen der Tickets meist auch schon ausverkauft. Die Seer - Österreichs Vorzeigeband - konnten mit guter Laune, dem Klang ihrer Heimat und ihren tollen Songs viele Fans überzeugen. Was 1996 am Grundlsee begann, ist längst zu einer internationalen Erfolgsgeschichte geworden.  Bandleader Fred Jaklitsch, Sassy Holzinger und Astrid Wirtenberger sind von Beginn an dabei. SCHLAGERportal konnte mit den Seern plaudern und erfuhr einige Neuigkeiten - über das Geheimnis ihres Erfolges, die Kraft der Heimat und die Weihnachtszeit im Salzkammergut.

Hallo, ihr Lieben. Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt für SCHLAGERportal und für eure Fans - und Glückwunsch zum 20-jährigen Bühnenjubiläum!

Herzlichen Dank!!!  Sehr gerne beantworten wir eure Fragen. Immerhin seid ihr einer der wichtigsten und besten Möglichkeiten, sich über deutschsprachige Musik und Schlager zu informieren. 20 Jahre sind fast ein ganzes Musikerleben. Eine wunderbare Zeit liegt hinter uns, trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten.

Die Seer und ihr Erfolgsgeheimnis

Was glaubt ihr, wo liegt das Geheimnis eures Erfolges?

Schwer zu sagen, denn eigentlich haben wir immer nur unsere Art von Musik mit Leidenschaft betrieben. Wir waren zäh, stur und konsequent. Gut bist du nur im Team. Bei uns stimmts einfach - vom Management bis hin zum Live Techniker.

Ihr sagt es! 20 Jahre in der obersten Liga mitzuspielen ist sicherlich etwas ganz Besonderes. Was könnt ihr den Stars von Morgen mit auf den Weg geben, welche Voraussetzungen sollten mitgebracht werden, um nicht nur kurzfristig im Showbusiness zu bestehen? Gehört auch Glück dazu?

Wie vorher beschrieben ist es wohl am ehesten die, manchmal langwierige, Suche nach der eigenen Musik. Es sollte eine sein, die das eigene Lebensgefühl widerspiegelt. Das ganze gepaart mit einer gesunden Portion Durchhaltevermögen, dann kommt man dem Erfolg schon sehr nahe. Das darüber hinaus noch der Umstand dazugehört, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, macht es aber sicher nicht leichter.

Zum Jubiläum gab es eine Fernsehsendung und euer neues Album „Duette…bei uns dahoam“. Wieviel Seer steckt in diesem Album?

Es ist zutiefst „seerisch“, weil es Lieder aus 20 Jahren sind, die von Freunden und Künstler-Kollegen ausgewählt und in ihrer eigenen Version interpretiert wurden. „Seerisch“ hat immer auch das Erforschen neuer musikalischer Horizonte bedeutet. Jeder Song bleibt ja durch den Duett-Charakter trotzdem sofort als „seerisch“ erkennbar.

Seer: mit vielen Stars im Duett

Das stimmt definitiv! Es ist euch gelungen auf „Duette…bei uns dahoam“ mit namhaften Stars zusammenzuarbeiten. Gibt’s Jemanden, mit dem die Zusammenarbeit besonders viel Spaß gemacht hat?

Jemanden herauszuheben wäre unfair, weil jeder der Künstler auf unverwechselbare Art seinen Teil beigetragen hat. So großartig die Zusammenarbeit mit klassischem Orchester und Welt-Star Umberto Tozzi war, so emotional war es Hans Thessink mit Georg Danzers Gitarre dabeizuhaben. Es war spaßig mit Florian Silbereisen, Hans Krankl oder Klaus Eberhartinger. Sehr speziell war für uns auch die musikalische Abwechslung vom großen Orchester, über die Rockband bis zur Hüttengaudi.  Niemanden, auch von den jetzt nicht genannten, möchten wir missen. Jede Begegnung hatte ihre ganz eigene, auch menschliche, Qualität.
 
Auch auf dieser CD merkt der Zuhörer einfach, wie sehr euch euer Grundlsee, die Geburtsstätte der Seer, und das Salzkammergut am Herzen liegen. Wie wichtig ist euch Heimat?

Heimat ist momentan ein sehr strapazierter Begriff, kann für uns aber Vieles bedeuten: z.B. liebe Menschen, eine spirituelle oder musikalische Heimat oder eben geographisch als Ort der Geborgenheit, Nestwärme und des Angenommenseins.

Warum sollte jeder interessierte Urlauber mindestens einmal in eurer Heimat, dem Salzkammergut gewesen sein?

Das Salzkammergut hat ein eigenes Charisma, das es zu erspüren gilt. Für uns ist es Inspiration und Lebensmittelpunkt.

Ihr singt auch heute noch eure Lieder im Dialekt. Ist das auch ein Ausdruck eurer Heimatverbundenheit?

Dialekt ist der konsequenteste Weg für uns, unser Lebensgefühl und die Themen unserer Lieder authentisch „rüberzubringen“. Der Dialekt hat sich für uns als unmittelbarster sprachlicher Gefühlsausdruck herausgestellt, als direkte Verbindung zwischen Herz und Stimme.

Ihr wurdet bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Amadeus Austrian Music Award. Gibt es eine Auszeichnung, die euch ganz besonders am Herzen liegt?

Eine Auszeichnung, die vom Publikum mitgetragen oder vom Publikum kommt, ist immer schön. Wir versuchen ein positives Gemeinschaftsgefühl zu schaffen, das nicht nur unterhält, sondern auch Energie für den Alltag oder in bestimmten Lebenssituationen geben soll. Deswegen ist es immer ein großes Kompliment wenn unsere Lieder bei Hochzeiten, Taufen usw. Eingang finden.

Seer:  „Musik schafft es Menschen näherbringen!“

Der Schlager und auch die volkstümliche Musik boomen momentan. Woran könnte dies - eurer Meinung nach - liegen?

Da gibt es viele Gründe, wie die Globalisierung. Daraus resultierend die Sehnsucht nach Regionalem, nach der eigenen Sprache, nach überschaubaren Lebensumständen. Musik schafft es Menschen näherbringen, das ist eine ihrer Hauptaufgaben und macht den Schlager so erfolgreich.

Der Advent und auch die Weihnachtszeit stehen vor der Tür. Wie verbringen die Seer diese doch eher stille Zeit? Habt ihr überhaupt die Chance zur Ruhe zu kommen und neue Kräfte zu tanken?

Die Weihnachtsfeiertage sind gänzlich der Familie vorbehalten. Es wird traditionell im Kreise der Lieben gefeiert und „beieinander“ gesessen. Das gibt uns Energie und Kraft für die Bühne. Nach diesem turbulenten und intensiven Jahr, werden wir das sicherlich noch ein Stück mehr genießen als sonst.
 
Welche Termine stehen bei euch bis zum Ende des Jahres noch an?

Unsere alljährliche große „Stad-Tournee“ präsentiert die Seer unplugged in kleineren Locations.  Aug in Aug mit unserem Lieblingspublikum. Dieses erlebt quasi die stillere Seite der Seer. Manchmal adventlich, aber immer emotional.

Danke für das nette Interview und die ehrlichen Worte und den Seern weiterhin alles Gute!

Danke an euch und die vielen SCHLAGERportal.com-Fans!  Euer Interesse und eure Leidenschaft für Schlager und unsere Musik ist für uns Motivation weiterzumachen. Schaut doch 2017 einmal vorbei bei euren Seern. Bis dahin „A guats neich Joahr und bleibt`s gsund und munter“!

Quelle: Schlagerportal/CK
Foto: Schlagerportal.com

 

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