21.11.2019 11:56:07

Seer Interview: Musik verbindet, das ist ihre Aufgabe!

Seer
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Schlagerportal.com

Fred Jaklitsch gründet in den 90ern die Seer, die nun seit über 2 Jahrzehnten mit ihrer Musik begeistern und einen Erfolg um den nächsten feiern. "Analog" heißt das neueste Seer Album, das gerade nach mehr als 2 Jahren intensiver und kreativer Arbeit veröffentlichte wurde. SCHLAGERportal hat mit Fred Jaklitsch über das neue Album, seine Inspirationen beim Schreiben der unvergleichbaren Lieder und über seine schöne Heimat, das Ausseerland gesprochen.

Seer, Analog

Seer: "Analog" - das neue Album

Lieber Fred, die Seer widmen mit "Analog" ein Album der Zeit vor Internet und  Digitalisierung, warum ist euch das wichtig?

Weil es auch die 23-jährige Geschichte der Seer widerspiegelt, von den ersten musikalischen Gehversuchen mit 4 Spur Kassettenrekorder bis hin zur digitalen Studioumgebung. Begegnungen und Geschichten, die uns durch unsere Musik geschenkt wurden sind genauso Puzzleteile dieses Albums, wie jene Veränderungen welche die Technik mit sich bringt. Unsere Gesellschaft verändert sich mit einer rasanten Geschwindigkeit, da ist für mich die ungebrochene Freude am Liederschreiben, an den Auftritten, an der Tatsache, dass unsere Musik nach wie vor ihre Zuhörer findet, das Bleibende.   

Die neuen Seer-Lieder kommen wieder aus deiner Feder, was inspiriert dich beim Schreiben? 

Die Chance in diesem Leben mit Liedern Menschen zu erreichen. Das Privileg Musik machen zu dürfen, davon leben zu können, erscheint mir wie meine Berufung, mein Platz in dieser Welt. Das Leben selbst ist so bunt und erzählt so viele Geschichten, man muss nur die Antennen ausfahren. 

Die Seer Lieder sind auch vom Ausseerland geprägt!

Du wohnst in einer der schönsten Gegenden Österreichs, wie sehr hat dich das Ausseerland auch in deiner Musik geprägt? 

Ohne dieses ´Dahoam´ würde die Musik der Seer völlig anders klingen. Ein Naturjuwel, die Möglichkeit Kraft zu tanken und vor allem die Ruhe, in der man Gedanken zu Ende denken kann. Die Nähe zur Natur ist der Gegenpol zum Tourneeleben, es braucht beides.   

Fred Jaklitsch: Mein Ziel ist immer mit Liedern zu berühren!  

Neben dem typischen Seer-Sound sind bei euch auch immer die Texte sehr aussagekräftig, warum ist euch das so wichtig?

Weil es schade wäre, wenn man die Möglichkeit vor Publikum zu singen, Lebensgefühl zu vermitteln, Sprache nur als Transportmittel für Musik benützt. Texte sollten grundsätzlich schon auch eine Botschaft vermitteln und ein gelungener und passender Text kann oft auch Energiespender und Mutmacher sein. Mein Ziel ist immer mit Liedern zu berühren! Musik verbindet, das ist ihre Aufgabe. 

Handy und Internet sind heute für die meisten Menschen ein Selbstverständlichkeit, wie sehr ist das im Seer Alltag integriert?


Ohne Informationsaustausch, Auftritte und Termine übers Handy und PC zu verabreden, geht’s auch bei den Seer´n nicht. Der Versuchung endlos viele Postings und Videos zu konsumieren kann ich schon widerstehen. Das Vier-Augen- Gespräch, das gesellige Beisammensein, ist ohnehin durch keine Bildschirm-Konferenz zu ersetzen.

Handgemachte Musik steht bei den Seern im Vordergrund!

Die Seer live zu erleben ist immer ein besonderes Highlight, wie sehr spielt die Digitalisierung bei euch auf der Bühne eine Rolle?

Natürlich sind Digitalmischpulte und diverse digitale Effekte eingebunden. Das handgemachte Musizieren ist nach wie vor das Wesentliche. Und letztlich ist es egal, sofern das Gerät einwandfrei funktioniert, welches Medium die Stimmen von Sabine und Astrid und das Handwerk der Musiker  hörbar macht. 

Nicht nur die Musik-Landschaft, auch die Medien-Landschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, wie nehmen die Seer das wahr?

Die Chancen eigene Musik zu produzieren sind grösser geworden, das Angebot mittlerweile unüberschaubar. Schön, dass wir uns über viele Jahre ein Publikum erspielt haben, das uns treu bleibt. Musikalisch haben wir unseren Weg gefunden, da verändern sich zwar die technischen Vorrausetzungen dafür, solange der Spaß an der Freud` ungebrochen ist, ist die Technik sekundär.  

Mit Sassy und Astrid hast du seit sehr vielen Jahren zwei großartige Stimmen an deiner Seite. Wie versteht ihr euch privat und ist diese Beständigkeit auch eines eurer Erfolgsgeheimnisse?

Verrate ich hier natürlich nicht, wegen Patentrecht und Kopierschutz! (lacht) War nicht ernstgemeint, weil es einfach nur die Energie und der 100 Prozent Einsatz der Seer und des gesamten Teams ist, was uns weitermachen lässt. Ausschlaggebend ist die Euphorie des Publikums und solange es da draußen Menschen gibt die uns hören wollen werden auch die Seer mit ganzer Schaffenskraft dabei sein. 

Viele Seer Open Airs wurden bereits auf der Zloam gefeiert!

Auf der Zloam wurden viele Seer Heim Open Airs gefeiert, bald wird auf der Zloam umgebaut. Wie nehmen die Fans es auf, dass dort derzeit keine Seer Open Airs stattfinden können?

Dort finden demnächst Bauarbeiten statt die eine Vorausplanung unmöglich machen. Sehr schade, weil dieses Open Air auch für die Seer Heimspiel und Familientreffen bedeutet.  Aber wir hoffen doch, dass sich weitere Zloam-Open-Airs organisieren lassen. Für uns ist es mehr als Heimspiel - die Landschaft, unser Publikum lassen hier ein unverwechselbares Ambiente entstehen. 

Weihnachten steht bald vor der Tür, wie feiert man im Ausseerland Weihnachten und wie sehr genießt du diese ´Stade Zeit´?

Das Ausseerland mit seinen Traditionen bietet auch in der Adventzeit viel an Brauchtum. Am 24igsten ist es mir aber am liebsten, ohne große Rituale, ein gemütliches Beisammensein im Kreis der Familie zu erleben -  die gemeinsame Zeit zu genießen, mit Wertschätzung und dem Bewusstsein füreinander da zu sein. 

Autor: Schlagerportal
Foto: Ariola/Schlagerportal.com

 

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